Niederschwellige Klarheit bitte

Erstellt am 20. Januar 2022 | 03:29
Lesezeit: 2 Min
über die aktuelle Verordnungslage, die den Sportbetrieb zulässt, aber eine entscheidende Feinheit in der Praxis vermissen lässt.
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Was geht, was geht nicht? Diese Frage beschäftigt in der Sportszene seit der jüngsten Adaptierung der Covid-Schutzmaßnahmenverordnung vor allem jene, die im Mannschaftssport aktiv sind und vom Status her nicht in die Kategorie „Spitzensport“ fallen. Klar ist nach wie vor: Bei der aktiven Sportausübung gibt es keine Maskenpflicht und keine Distanzregel – inhaltlich ist somit alles möglich. Das ist wohl auch den Erkenntnissen geschuldet, wonach Sport keinen Infektionsturbo darstellt. Vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen davor und danach werden freilich eingehalten.

Zu schaffen macht der Punkt „Zusammenkünfte ohne zugewiesene Sitzplätze“, in dessen breiten Rahmen auch der Sportbetrieb mit seinen Trainings und Testspielen fällt. Sowohl indoor, als auch outdoor ist hier aktuell eine generelle Obergrenze von 25 Personen vorgesehen. Das macht die Angelegenheit in der Praxis ziemlich kompliziert.

Beispiel Amateurfußball. Gerade jetzt laufen hier die Vorbereitungsspiele an. Die wären unter den aktuellen Gegebenheiten möglich. Theoretisch. 22 Spieler kicken am Platz, je ein Trainer und ein Schiedsrichter sind dabei – macht in Summe genau 25 Leute. Weil es aber unter anderem auch Ersatzspieler und mehr Betreuer gibt, wird die Sache selbst für Spiele ohne Zuschauer zäh und geht sich gerade nicht aus. Oder doch?

Laut Interpretation von Sport Austria würden Betreuer und Schiedsrichter aufgrund ihrer (neben-)beruflichen Tätigkeit nicht in die 25er-Regel fallen, andere wiederum überlegen die Ersatzspieler räumlich vom Ort des Geschehens zu trennen. Fakt ist: Die Grauzone der Verordnungs-Interpretation wird zum obskuren Irrgarten. Abhilfe könnte schaffen, die Verordnung zu adaptieren und Testspiele unter Berücksichtigung der sportartspezifischen Mannschaftsgröße wieder zuzulassen. Weil dieser Punkt gerade im Freien sowie mit der 2G-Regel auch während der Omikron-Welle durchaus vertretbar ist. Und so auch niederschwellig mehr Klarheit herrschen würde.