Nur Mut gegen den wankenden Riesen. Über das Mattersburger Antreten am Sonntag bei der Austria, wo das 1:5 vom August ausgemerzt werden kann.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 06. November 2019 (01:48)

Zumindest journalistisch liegt es auf der Hand, den 11. August im Vorfeld von Austria - Mattersburg zu thematisieren. Damals setzten sich die sportlich angeschlagenen Veilchen nach zwei Niederlagen in Runde drei beim SVM mit 5:1 klar durch. Der vermeintliche Befreiungsschlag fruchtete allerdings nicht, denn die Austria steckt als Siebenter mit acht Punkten Rückstand auf den Sechsten Sturm Graz in der unteren Tabellenhälfte fest. Nun ist wieder Mattersburg Gegner und die Statistik Thema. Besonders abergläubische Menschen werden den Blick zurück nicht ausblenden können.

Dabei war in Runde drei noch unklar, ob mit der Austria nicht doch einfach nur ein schlafender Riese geweckt wurde. Längst steht fest, dass sich die Wiener als wankender Riese in einer Talsohle befinden. Fehlende Stabilität in der Defensive, mangelnde spielerische Qualität und zu wenig Durchschlagskraft nach vorne sind Probleme, die den Tabellenplatz locker argumentativ belegen.

Schon klar: Mit Mattersburg ist nun am Sonntag kein Gegner zu Gast, der nach vier Pleiten in Folge im Selbstvertrauen schwimmt. Individualfehler und die fehlende Kompaktheit haben bei den Burgenländern gar 38 Gegentore zur Folge – die meisten der Liga.

Und doch hat sich die Ausgangslage verändert. Der SVM tritt bei einer am Boden liegenden Austria an, in deren Reihen zwischen Erwartungshaltung und Ernüchterung jede Menge Hochspannung spürbar ist. Und die praktisch im Wochenrhythmus vor der Aufgabe steht, Pflichtsiege einfahren zu müssen. Wie schwer das in der aktuellen Phase ist, musste Violett beim letzten Heimspiel gegen die WSG Tirol zur Kenntnis nehmen. Der frech spielende Aufsteiger gewann 3:2. Ähnlich mutig auftreten wird auch die Aufgabe des SV Mattersburg sein, um die Verunsicherung der Veilchen weiter am Köcheln zu halten. Das wäre dann übrigens auch völlig konträr zum 1:5 im Pappelstadion. Denn da leisteten die Burgenländer dem wankenden Riesen mit Passivität und Fehlern vom Feinsten noch Erste Hilfe.