Positives Signal, das wenigen hilft. Über die neue Regelung der fünf erlaubten Auswechslungen im Amateurbereich.

Von Patrick Bauer. Erstellt am 06. August 2020 (02:45)

Der Profibereich machte es vor: Weil Corona Mitte März die ganze Welt in seinen Bann zog, erlaubte die UEFA fünf Wechsel. Die Saisonen in den großen und auch kleinen Ligen mussten zu Ende gespielt werden. Die Geldnot wegen der Pause und die damit folgenden fehlenden Einnahmen der TV-Anstalten wären für sehr viele Vereine prekär geworden. Unbedingt durchdrücken war so die Devise, nicht ohne die Regeln in kleinen Teilen anzupassen. So wurde erlaubt, dass jede Mannschaft fünfmal wechseln darf. Mit englischen Wochen brachte man es dann drüber und die teils üppigen Kader konnten, ob der nun fünf statt drei Auswechslungen, auch besser bei Laune gehalten werden. Man wollte der Verletzungsgefahr – die Spielpause war mit knapp zwei Monaten eine lange – entgegenwirken. Das machte Sinn, die Spieler wurden geschützt. Nun kommt diese Änderung auch im Amateurbereich.

Das schadet grundsätzlich nicht und es ergibt neue Möglichkeiten. Die Krux dabei? Nur wenige Vereine werden von diesem neuen Luxus wirklich nachhaltig Gebrauch machen können. Die Kader geben es selten her, der Qualitätsabfall nach unten ist groß und zudem haben viele Wechselspieler auch schon Minuten in der Reserve intus. Die meisten wollen sowieso durchspielen und die Doppelbelastung hält sich in Grenzen. So bleibt es ein positives Signal von oben, das den Praxistest und die Sinnhaftigkeit erst antreten muss.