Sind nur leere Ränge schuld?. Über Heimspiel-Bilanzen in Corona-Zeiten, die der SVM aber bereits kennt.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 19. Juni 2020 (04:50)

Dass die Fans im Fußball ganz offensichtlich einen wesentlich Beitrag leisten, um dem vielzitierten Heimvorteil gerecht zu werden, zeigt ein Blick auf die aktuelle Tabelle der Qualifikationsgruppe. Aus bislang 15 Spielen gehen sechs Auswärtssiege, fünf Remis und lediglich vier Heimerfolge hervor. So gesehen haben sich die sechs Mannschaften in der Ferne öfter um den Tick leichter getan als vor eigener Kulisse. Kulisse? Stimmt, die fehlt in Corona-Zeiten eben aufgrund des Bundesliga-Geisterspiel-Konzepts.

Was nichts daran ändert, dass der SV Mattersburg auch schon mit Publikum in der aktuellen Saison 2019/2020 eine bescheidene Erfolgsbilanz in Heimspielen aufweisen konnte. Im Ansatz hat sich dieser Trend bereits 2018/2019 abgezeichnet, wo dann aber in der entscheidenden Phase im Pappelstadion doch noch eine starke Ausbeute (drei Siege, zwei Remis) folgte – von Beginn weg bestand aber mental nie wirklich eine ganz akute Abstiegsgefahr.

Diesmal ist das anders. Der SVM hängt aufgrund der Permanent-Heimflaute und somit der schwächeren Gesamtbilanz im totalen Spannungsfeld der Kellerkinder fest. Für ein ähnliches Finale wie im Vorjahr bräuchte es nach dem 0:0 gegen Altach und der 1:4-Pleite gegen die Austria in den verbleibenden Partien der englischen Wochen gegen den SKN St. Pölten, Admira sowie die WSG Tirol schon Dreipunkter am Fließband. Selbst dann wäre die Hochrechnung nur ein Statistik-Spiel. Wesentlich ist nach den bisherigen Erkenntnissen primär der Klassenerhalt. Dieser Befreiungsschlag könnte dann freilich für mehr Stabilität in der neuen Saison sorgen. Alles nur daran aufzuhängen, ganz ohne das Potenzial kritisch zu durchleuchten, wäre aber blauäugig.