Wenn es ein klares Signal braucht. Über die jüngsten Entwicklungen rund um die Fußballakademie Burgenland.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 27. November 2020 (03:45)

Das Aus des SV Mattersburg im Sommer war ein harter Schlag für die Fußballakademie (AKA) Burgenland. Seitdem fehlt den angehenden Profis ein hauseigenes Zugpferd. Sehr wohl bleibt den Youngsters der rot-goldenen Talenteschmiede, bei der die aktuell offenen 35-Prozent an SVM-Anteilen vom Land Burgenland als Mehrheitseigentümer übernommen werden dürften, aber die Plattform, sich auf der Ebene der ÖFB-Jugendligen für Höheres empfehlen zu können. Mit Manuel Takacs wechselt der Sportliche Leiter nun in die LASK-Akademie, der eine oder andere Spieler steht im Fokus von Oberhaus-Vereinen.

Solch neue Perspektiven bieten sich hierzulande für die AKA-Arbeit. Denn dass es im Burgenland zeitnah wieder einen Bundesligisten geben wird, ist ausgeschlossen, maximal darf künftig mit einem Vertreter in der 2. Liga spekuliert werden. Landesintern ist die Fahnenstange im Bereich des Spitzensports also überschaubar. Und dennoch ist es wichtig, die aufgebaute Fußballakademie-Struktur weiter zu nützen, um ein qualitatives System für den Nachwuchs im Land beizubehalten. Weil genau das aufstrebenden Klubs am Weg ins professionelle(re) Fußballgeschäft eine wichtige Stütze sein könnte. Weil moderne Nachwuchsförderung eines Landes auch weiterhin den Spitzenbereich (und zwar nicht nur bis zur U14) bedienen sollte. Weil viele Talente dadurch so lange wie möglich auch tatsächlich zweckgebunden im Burgenland bleiben. Und weil auch jene, die es nicht bis ganz rauf schaffen, als gut ausgebildete Akademiker das Niveau im burgenländischen Unterhaus heben können.

Natürlich braucht es dafür machbare Kosten-Nutzen-Rechnungen. Natürlich muss auch Querdenken erlaubt sein. Öffnung für andere Sportarten, Evaluierung der Schul- und Ausbildungsschiene, alternative Nutzung der Räumlichkeiten, mögliche Kooperationen mit anderen Bundesligisten: Die Bandbreite ist groß. Trotzdem sollte über allem der nachhaltig gesicherte und klar kommunizierte Fortbestand stehen. Dieses Signal braucht es, gerade in Zeiten wie diesen.