Wenn es um jeden Dorfklub schade ist. Über die verschiedenen Arten von Fußball-Romantik in der heutigen Zeit.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 19. November 2020 (01:45)

Wie wird der Fußball in 30 Jahren sein? Basierend auf dem Bericht „Fußball 2050“ von Ex-Altach-Coach Werner Grabherr und Stefan Bader, Geschäftsführer der deutschen Agentur Teamwerk Sport, konnten Interessierte am Montagabend eine Online-Experten-Diskussion verfolgen. Neben VfB Stuttgart-Präsident Claus Vogt und TSG Hoffenheim-Geschäftsführer Peter Görlich gab auch der Stotzinger Georg Pangl seine Meinung zum Besten.

Es ist kein Geheimnis, dass dem Ex-Generalsekretär der European Leagues und nunmehrigen Geschäftsführer der „Pangl Football Group“ die aufgehende Schere im Profifußball zwischen den sogenannten Großen und Kleinen ein Dorn im Auge ist. Nicht zuletzt durch den Verteilungsschlüssel der Gelder hat eine europaweit elitäre Gruppe an Top-Teams das sportliche Ruder (zu) fest im Griff. In dem ungleichen Wettbewerb droht der Unterbau wegzubrechen.

Der Burgenländer bezeichnet sich hier gerne als Fußball-Romantiker, was Chancengleichheit und Spannung auf Top-Niveau betrifft. Abgesehen davon darf man es mit dem heutigen Profifußball ohnehin nicht zu romantisch nehmen. Die Jagd nach dem Ball ist, auch wenn nicht alle Klubs die Champions League gewinnen – längst durch die Bank auf professioneller Ebene zum ausgeklügelten Ereignis für die Fans hochstilisiert.

Virtuelle Angebote in der Arena, aufladbare Stadion-Card zum Konsumieren von Speisen und Getränken bis hin zu jeder Menge Schnickschnack, dazu Kicker am Platz, die nicht selten mit wunderbar sitzender Frisur über den Rasen flitzen: Ein Spiel als perfektes Event aufbereitet, zählt längst zum Einmaleins des Fußballmarketings. Erdiges und für alle leistbares Knacker-Bier-Feeling, die freie (Steh-)Platzwahl, der ungezwungene Plausch am Rande des Spielfelds und der authentische Charme, dass eben nicht immer alles perfekt sein muss, um zu funktionieren: Diese Fußball-Romantik ist dem regionalen Unterhaus vorbehalten. Gerade deshalb wäre es auch auf die nächsten 30 Jahre gesehen ewig schade um jeden einzelnen Dorfklub, der aufgeben muss.