Adel: Geld, Macht und Intrigen. Markus Stefanitsch über die vermeintliche Entführung und deren Folgen.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 30. Januar 2019 (06:38)

Die vermeintliche Entführung von Frau Magdolna Ottrubay, ihres Zeichens Mutter des mächtigen Generaldirektors Stefan Ottrubay, ist Gesprächsthema Nummer eins im Burgenland und darüber hinaus.

Die Meldungen überschlugen sich vergangenen Dienstag. Eine Entführung mitten in Eisenstadt gibt es nicht alle Tage. Und es dauerte einige Stunden, bis halbwegs Klarheit in die brisante Causa gekommen war. Zum einen hielt sich die Polizei aus kriminaltaktischen Überlegungen zurück. Zum anderen war nach einer kurzen „Schreck-Stunde“ vielen klar, dass bei der „Entführung“ einer fast 90-jährigen Dame irgendwo ein Haken sein musste. Vor allem in den Internetforen wurde eifrigst debattiert.

Erst am nächsten Tag wurde bekannt, dass die besagte Dame von ihrer Tochter abgeholt wurde und in einem Hotel in Tirol übernachtet hat, ehe es in die Schweizer Heimat zurückging. Soweit so gut. Fakt ist aber, dass der Fall nach wie vor viele Fragen aufwirft: Wieso meldet man sich erst am späten Abend bei der Polizei? Haben die „Abholer“ nicht mitbekommen, dass eine internationale Alarmfahndung eingeleitet wurde? War es tatsächlich nicht bekannt, dass die Tochter ihre Mutter zurückholen möchte?

Immerhin waren knapp 100 Beamte einige Stunden lang im Einsatz und hunderte Autofahrer wurden aufgehalten und durchsucht. Das alles hätte man sich mit guter Kommunikation ersparen können. Jetzt ist der Name Esterházy (wieder einmal) nicht wegen des tollen Kultur- und Genuss- Angebotes, sondern wegen Macht, Geld und Intrigen österreichweit im Gespräch. Und das, obwohl es eine rein Ottrubay‘sche Familienangelegenheit ist.