Ampel ist Rohrkrepierer. Über fehlende klare Regeln für den Corona-Herbst.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 17. September 2020 (04:45)

Eine Ampel ist grundsätzlich ein einfaches System. Im Kindergarten lernt man schon früh: Bei Grün darfst du gehen, bei Rot bleib stehen. Und blinkt die Ampel gelb, muss man aufpassen. Das kann sich jedes Kind merken.

Das war auch die grundsätzliche Überlegung, im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen einfache Regeln für die Bevölkerung zu erstellen. Hinterlegt man allerdings jede Farbe mit zahlreichen weiteren Unterpunkten, wird es eben kompliziert. Plötzlich muss sich die Allgemeinheit pro Farbe unzählige Auflagen „merken“ und in Summe rund 15 bis 20 Maßnahmen im Überblick haben. Dazu kommt, dass jeder Bezirk unterschiedliche Farben haben kann und alles dadurch weiter verkompliziert wird.

Zum Kopfschütteln war auch der ohnehin schon chaotische Start, indem zu Beginn gleich die größten Städte Österreichs inklusive Wien einheitlich auf Gelb gestellt wurden. Da fragt man sich schon nach der Sinnhaftigkeit, wenn etwa das kleinstrukturierte Burgenland mit 293.000 Einwohnern in sieben Bezirken unterschiedliche Ampelfarben haben könnte und die Millionenstadt Wien mit 23 Bezirken mit einem Schlag einheitlich gelb ist.

Somit war das Corona-Ampel-System von Beginn an gescheitert. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hatte dies schon im BVZ-Sommergespräch prophezeit und einheitliche Regeln für ganz Österreich gefordert. Die fehlende Klarheit führt dazu, dass die Diskussion um Maskenpflicht und Co. immer schärfer wird. Die Kluft zwischen jenen, die die Pandemie ernst nehmen, und den Corona-Zweiflern wird immer größer. Dagegen hilft keine Impfung, sondern nur klare Regeln der Regierung für den kommenden Herbst.