Angehörigen den Druck nehmen. Markus Stefanitsch über das Duell der besten Lösungen beim Thema Pflege.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 19. Dezember 2018 (06:50)

Das Thema Pflege geht (fast) jeden an – zumindest früher oder später. Der Grund für den Anstieg der Pflegefälle hat skurrillerweise in erster Linie mit der immer besser werdenden medizinischen Betreuung und der damit verbundenen höheren Lebenserwartung zu tun. Wir werden alle immer älter. Viele davon auch topfit.

Andererseits haben aber auch viele Menschen im Land schon relativ früh mit geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen zu kämpfen. Spätestens dann müssen sich die Angehörigen mit dem Thema Pflege auseinandersetzen. Sei es nun zu Hause oder in einer entsprechenden Pflegeeinrichtung. Beides bedeutet einen hohen persönlichen und finanziellen Aufwand. Hinzu kommt für die Angehörigen ein schlechtes Gewissen, wenn man sich nicht jeden Tag rund um die Uhr um einen nahen Menschen kümmern kann.

Im Burgenland haben sich sowohl die SPÖ als auch die ÖVP dem „Mega“-Thema Pflege für das nächste Jahr verschrieben. Landesrat Hans Peter Doskozil kündigte vergangene Woche ein umfassendes Pflegepaket bis Ende Februar 2019 an. Die ÖVP verweist auf das österreichweit geplante Konzept der Bundesregierung bis Ende 2019.

Für alle Betroffenen ist es höchst an der Zeit, dass in diesem sensiblen Thema der große Wurf gelingt. Als Bürger hat man den Eindruck, dass ohne rumänische und slowakische Pflegehelferinnen, die über teils dubiose Agenturen vermittelt werden, gar nichts mehr geht.

SPÖ und ÖVP sollen sich ein Duell der besten Lösungen, nicht parteipolitischen Hickhack liefern. Denn es gilt, in Würde altern zu können und den Angehörigen den finanziellen und auch den psychischen Druck zu nehmen.