Aufklärung statt Schuldstempel

Über den aktuellen Wettskandal im Amateurbetrieb. Diesen haben die Beteiligten zu verantworten. Der Fußball an sich wird aber trotzdem weiterlaufen. Und das ist gut so.

Erstellt am 26. November 2021 | 01:24

Der österreichische Fußball hat nach 2013/2014 seinen nächsten Wettskandal. Vor acht Jahren kam die Causa rund um die später verurteilten Profis Sanel Kuljic und Dominique Taboga auf. Es ging um geschobene Spiele in der Bundesliga in Bezug auf Sportwetten.

Gleiches wird aktuell in Zusammenhang mit Spielen aus dem Amateurbereich ermittelt, bei denen eine Handvoll Kicker aus der Ostliga (und zumindest eine Person aus dem näheren Umfeld) involviert sein soll. Der Vorwurf des gewerbsmäßig schweren Betrugs steht im Raum. Noch sind Untersuchungen im vollen Gange, die Causa scheint noch nicht abgeschlossen zu sein. Fakt ist aber, dass es im Zuge der Aufarbeitung strafrechtlich zu Gerichtsverfahren und in weiterer Folge eben zu Schuld- oder Freisprüchen kommen wird. Und dass auch die sportrechtlichen Konsequenzen in Form von Sperren oder Nicht-Sperren erfolgen werden. Nur so ist es möglich, einen Skandal sauber abzuschließen, um auch zwischen Tätern und Opfern unterscheiden zu können. Aus burgenländischer Sicht wurde medial bislang vor allem der SC Neusiedl/See als Verein genannt, weil sich hier in der Mannschaft eine „Spielmanipulations-Zelle“ eingenistet zu haben schien. Die wurde offensichtlich polizeilich aufgedeckt.

Damit sich, wenn offizielle Verfahren anhängig sind und es zu Urteilen kommt, auch bei der Schuldfrage die Spreu vom Weizen trennen kann. Spielmanipulation und betrügerische Tätigkeit schadet schließlich nicht nur der Integrität des Fußballs und der vielen nichtsahnenden Mannschaftskollegen, sondern vor allem im ersten Moment auch dem Ansehen des eigenen Vereins. Mit dem sich Menschen von Jung bis Alt aus vollem Herzen gerne identifizieren und wo viele Mitarbeiter ehrenamtlich laufend ihren Teil zum großen Ganzen beitragen. Der NSC und all seine Fans haben sich hier also keinen Schuldstempel verdient, sondern vor allem volle Aufklärung und totale Transparenz.