Aufmerksamkeit geschenkt. Über die Debatten rund um den Pausenfilm beim Neujahrskonzert.

Von Michaela Grabner. Erstellt am 14. Januar 2021 (04:45)

Die Tatsache, dass der Pausenfilm beim Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, einem TV-Ereignis mit einem rund 50 Millionen Zusehern umfassenden Publikum in etwa 90 Ländern, anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums dem Burgenland gewidmet wurde, ist etwas, auf das man als Burgenländer stolz sein muss oder zumindest sein sollte.

So viel ist unbestritten. Über die inhaltliche Umsetzung des Films wurde aber dann doch viel debattiert. Mit viel Lob aber durchaus auch Kritik. Letztere bezog sich vor allem darauf, dass es zu wenig Bezug zum Hier und Heute gegeben habe und die Volksgruppen nicht transportiert worden seien. Grundsätzlich wollen die seit 1992 bei der Übertragung des Neujahrskonzerts gezeigten Pausenfilme Österreich mit seinen Kultur- und Naturschätzen in der ganzen Welt von der besten Seite zeigen. Der Regisseur des heurigen Films „Happy Birthday, Burgenland! 1921–2021“ entschied sich, dessen Entstehung zu thematisieren.

Dabei stellte er den amerikanischen Geograf Major Lawrence Martin in den Fokus, der mit seinen Studien zur Bevölkerungs- und Wirtschaftsstruktur Deutschwestungarns die Grundlage für die Grenzziehung lieferte – das Ganze begleitet von durch philharmonische Ensembles dargebotenen Kompositionen musikalischer Größen aus dem Burgenland wie Liszt, Goldmark und Haydn. Wie man nun zu dieser Umsetzung steht, bleibt jedem unbenommen, denn über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Wenn aber über den Film außerhalb des Burgenlandes nur halb so viel gesprochen wird, wie im Land darüber diskutiert wurde, hat er dem Burgenland gleich zum Auftakt des Jubiläumsjahres über die Landesgrenzen hinaus hohe Aufmerksamkeit geschenkt.