Blick von außen schärft die Sinne

Über das Abschneiden des Landes im Bezirks-Ranking.

Erstellt am 01. Mai 2019 | 06:28
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Die erste Reaktion auf die burgenländischen Platzierungen im aktuellen „Zukunftsranking“ der österreichischen Bezirke legt eine gewisse Form von Protest nahe: Dass das mitunter wenig schmeichelhafte Abschneiden in essentiellen Bereichen wie Lebensqualität, Arbeitsmarkt, Wirtschaft oder Demografie im Land selbst ganz anders wahrgenommen wird, liegt eben in der Natur der Sache.

So stellen sich Politik und Bevölkerung wohl gleichermaßen die Frage, wie es sein kann, dass unsere „lebenswerten“ Bezirke gerade in Sachen Lebensqualität zum Teil so enttäuschend gereiht sind. Dem Ranking der Linzer Agentur Pöchhacker liegt aber auch ein klares methodisches System zugrunde, das wiederum die kleinsten Abweichungen in den einzelnen Regionen berücksichtigt und so zu seinen Ergebnissen kommt. Wird also eine Arztpraxis aufgelassen, sperrt ein größerer Arbeitgeber zu oder weist eine Gemeinde überdurchschnittlich hohe Verbindlichkeiten auf, fällt die betroffene Region zwangsläufig im Ranking zurück.

In einem derartigen Ranking kann aber letztendlich auch nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden, dass sich mancher Bereich aus der unmittelbaren Nähe beurteilt tatsächlich gänzlich anders darstellt – und sei es auch rein subjektiv betrachtet.

Im „beinharten“ Direktvergleich können aus einer solchen „Leistungsschau“ in jedem Fall wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden. Verlässt man die subjektive Ebene und verlässt sich rein auf die nüchternen Daten, zeigen sich unter den vielen Schrauben, die da laufend gedreht werden müssen, vielleicht ein paar neue. Denn es ist gerade der Blick von außen, der nicht selten für eine klarere Sicht sorgt.