Bügeln war wohl der letzte Sieg. Über „Messias“ Kurz und sein Pendant im Burgenland.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 10. Juli 2019 (06:43)

Wenn man die österreichische Innenpolitik auf einen Punkt bringen will, könnte man es zusammenfassend so formulieren: Was Sebastian Kurz (ÖVP) für Österreich ist, ist Hans Peter Doskozil (SPÖ) für das Burgenland.

Auch wenn der burgenländische Landeshauptmann Doskozil nichts von Vergleichen mit Ex-Bundeskanzler Kurz hält, so gibt es doch Parallelen. Doskozil hält nicht viel davon, dass bei der ÖVP alle einem „Messias“ nachlaufen. Betrachtet man aber die burgenländische SPÖ, dann hat Doskozil hier einen ähnlichen Status. Die Werte beider Politiker überstrahlen jeweils die eigene Partei.

Genau dieser Umstand macht es aber für Wahlen auch gefährlich. Denn sowohl Doskozil als auch Kurz könnten Gefahr laufen, dass sich viele Funktionäre auf ihre Partei-Helden verlassen und so nicht bis zum Umfallen um Wählerstimmen kämpfen. Für klare Verhältnisse, wie es sich beide Spitzenpolitiker wünschen, braucht es aber jede Stimme.

Unterschiede gibt es in der größten Opposition: Die ÖVP im Burgenland hat eingesehen, dass sich ein Duell um den Landeshauptmann-Sessel nicht wirklich auszahlen wird und setzt voraussichtlich auf einen themenbasierten Partei-Wahlkampf auf möglichst breiter Basis.

Im Bund hingegen spielt die SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner auf die Bundeskanzlerin-Karte. Und das, obwohl die SPÖ mittlerweile bei rund 15 Prozentpunkten hinter der ÖVP liegt. Auch bei den Themen scheint die gelernte Medizinerin nur wenig auf die burgenländischen Erfolgsthemen zu setzen. Da kann man heute schon davon ausgehen, dass der Sieg beim Bügel-Wettbewerb wohl der letzte und einzige gegen Hans Peter Doskozil gewesen sein wird.