Der Kampf gegen die „Absolute“. Über Christian Sagartz als neuen Chef der ÖVP Burgenland.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 26. Februar 2020 (06:34)

„Er bringt alle unter einen Hut“ – hat ein ranghoher Funktionär im Rahmen des Landesparteivorstandes der ÖVP die Begründung für Christian Sagartz als neuen Obmann der burgenländischen Türkisen genannt.

Sagartz (siehe auch unser Interview mit ihm unten) löst Landesparteiobmann Thomas Steiner ab. Dieser zog nach der Wahl die Konsequenzen und stellte sein Amt zur Verfügung. Er habe zwar sein Wahlziel mit über 30 Prozent erreicht, die angestrebte Regierungsbeteiligung gelang ihm aufgrund der absoluten Mehrheit der SPÖ nicht. Im Nachhinein gibt es natürlich Punkte, die die ÖVP im Wahlkampf anders hätte machen können. Viele kritisierten den zu wenig angriffigen Stil und die scheinbar geringe Präsenz des Spitzenkandidaten im Südburgenland. Alles sehr gefühlte Wahrheiten.

Denn im Vergleich konnte auch Landeschef Hans Peter Doskozil aufgrund seiner Stimmprobleme kein Monster-Besuchsprogramm fahren. Und gegen den politischen Shooting-Star der vergangenen Jahre hätte wohl kaum ein anderer Spitzenkandidat hier mehr erreichen können.

Thomas Steiner wird sich nun auf Eisenstadt als Bürgermeister konzentrieren und als Obmann des Rechnungshof-Ausschusses zum obersten Kontrolleur der Regierung – beides Funktionen, die für ihn maßgeschneidert sind und ihm sichtlich Spaß machen.

Christian Sagartz soll die SPÖ-Absolute wieder brechen. Er hat mit mehr als 17.000 Vorzugsstimmen bei der EU-Wahl gezeigt, wie man Wahlen gewinnen kann. Bis zur ersten großen Bewährungsprobe bei den Gemeinderatswahlen 2022 hat er Zeit, der Partei ein neues, kantigeres Gesicht zu verpassen. Wohlwissend, dass die SPÖ mit der Absoluten im Gepäck jetzt noch mehr Gas geben wird.