Die Pflege als Zukunftsfrage. Wolfgang Millendorfer über den Ausbau unterschiedlicher Pflegemodelle.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 01. August 2018 (03:53)

Fragt man Jugendliche heute, welches Thema ihre Generation in der Zukunft besonders bewegen wird, bekommt man wohl nur selten die Antwort, dass es auch die Pflege sein wird. Dabei sprechen die Statistiken eine andere Sprache: Bereits in den kommenden Jahren wird die Zahl der Über-80-Jährigen stark ansteigen. Der demografische Wandel wirkt sich auf elementare Bereiche der Gesellschaft aus – von der Arbeitswelt über das Pensionssystem bis eben zur Problemstellung, wie man mit dem deutlichen Zuwachs an Pflegebedürftigen umgehen kann.

Die Zahlen sind die eine Seite, die emotionale Auseinandersetzung mit dem Thema Alter und Pflege eine andere. Viele werden die Frage danach, wo sie den Lebensabend verbringen wollen, ganz klar mit „Zuhause“ beantworten. Aber wenn das familiäre Netz diesen Herausforderungen nicht standhält, dann muss das soziale Netz Sicherheit gewähren.

Deshalb sind neben einer Forcierung der 24-Stunden-Betreuung eine Absicherung und ein Ausbau der heimischen Pflegeheime unabdingbar, auch wenn ein Großteil der älteren Bevölkerung noch zuhause betreut wird. Ein Ausbau sollte angesichts der Zahlen aber besser heute als morgen beginnen, zumal die Auswirkungen der Abschaffung des Pflegeregresses ebenfalls noch nicht endgültig absehbar sind.

Dass die Hilfsorganisationen schon an übermorgen denken, liegt ebenso auf der Hand wie die politische Diskussion um das Warten auf den burgenländischen Bedarfs- und Entwicklungsplan. Dabei ist eines klar: Am Ende des Tages wird es die Politik sein, die Antworten auf die Zukunftsfrage Pflege geben muss, weil sie – in Form von Steuergeldern – auch die finanziellen Mittel bereithält.