Doskozil als Kanzler-Macher. Über das Burgenland als Dorn der Rendi-Wagner-SPÖ.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 22. Mai 2019 (06:54)

Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hat den aufgelegten Elfer von HC Strache und dessen peinlicher Videofalle auf Ibiza im Gegensatz zu SPÖ-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner eiskalt verwertet – aus Sicht der SPÖ Burgenland. Doskozil hat sich mit Regierungspartner FPÖ im Burgenland seinen Wunschtermin für Ende Jänner 2020 ausverhandelt und bekommt obendrein seine drei wichtigsten Themen Bio, Mindestlohn und Pflege ohne „blauer“ Widerrede durch.

Dass die Opposition ob des pannonischen Mittelweges schäumt, ist nicht zu verdenken. Immerhin geht das Spielchen „brave FPÖ-Burgenland, böse FPÖ-Bund“ munter weiter und Doskozil kann sich seelenruhig die Rosinen für seine Vorhaben herauspicken. Aber noch viel mehr schäumen wird wohl wieder einmal die Bundes-SPÖ. Denn auch wenn es jetzt mal einen Termin für vorgezogene Neuwahlen gibt: Die Koalition SPÖ-FPÖ ist nach wie vor intakt – und das wird die Bundes-SPÖ im Wahlkampf vor allem von der ÖVP ständig hören: Wir haben im Bund die Reißleine gezogen, aber ihr koaliert im Burgenland weiterhin mit FPÖ-Landesvize und Strache-Freund Johann Tschürtz.

Dadurch bleibt eines der größten Probleme der SPÖ ungelöst und wird der roten Spitzenkandidatin im Kampf gegen Sebastian Kurz wohl nicht helfen. Im Gegenteil: Kurz wird nach jetzigem Stand weiter zulegen und wieder den Kanzleranspruch stellen.

Darauf und auch auf die Befindlichkeiten der Bundes-SPÖ wird Doskozil nicht achten, will er weiter Landeshauptmann im Burgenland bleiben. Aber eines ist auch fix: Wäre Doskozil Bundesparteichef und Rendi-Wagner im Burgenland, wäre die rot-blaue Koalition schon längst Geschichte.