Doskozil gegen Doskozil. Über das Umfrage-Hoch der Landes-SPÖ und ihres Chefs.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 24. September 2020 (04:45)

Die jüngste Umfrage von Meinungsforscher Peter Hajek hat durchaus Überraschungen in sich: Zum einen konnte die SPÖ die absolute Mehrheit nicht nur halten, sondern sogar ausbauen. Zum anderen scheint der bundesweit umstrittene Auftritt von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil in der Commerzialbank-Affäre keinerlei Auswirkungen auf die Beliebtheit des Landeschefs haben. Im Gegenteil: Doskozil liegt auch bei den direkten Werten deutlich besser als Bundeskanzler Sebastian Kurz – im Burgenland.

Hier kommt auch ein weiterer Aspekt in aller Deutlichkeit zum Vorschein: Die Wähler werden, was die Unterscheidung der einzelnen Ebenen betrifft, immer mündiger. Denn während die Doskozil-SPÖ im Land weiter abhebt, wissen die Burgenländer aber scheinbar sehr wohl, wen sie auf Bundesebene derzeit vorne haben wollen. Denn der gerade aus dem Burgenland oft kritisierte Rendi-Wagner-Weg wurde auch in dieser Umfrage abgestraft. Auf Bundesebene wünschen sich die Burgenländer nämlich die ÖVP an der Spitze (plus zwei Prozent) und halten wenig von Rendi-Wagner, Jörg Leichtfried, Peter Hacker und Co., die bereits 13 Prozent Rückstand auf die Kurz-ÖVP haben. Bei der Nationalratswahl 2019 waren es „nur“ 8,9 Prozent.

Interessant wäre natürlich noch, wie sich Doskozil auf Bundesebene im Vergleich mit Sebastian Kurz schlagen würde. Fest steht aber jetzt schon: Sicher besser als Pamela Rendi-Wagner. Und was das Burgenland betrifft, scheint der amtierende Landeschef weder mit Norbert Hofer (FPÖ) noch mit Christian Sagartz (ÖVP) „ernsthafte“ Gegner zu haben. Und so gesehen kann sich „Dosko“ wohl bis zur nächsten Wahl nur selbst schlagen.