Ein „heiserer“ Bundeskanzler?. Über Hans Peter Doskozils Ambitionen auf Bundesebene.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 09. September 2021 (02:04)

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil wird sich mittelfristig kein Blatt vor den Mund nehmen, wenn aus seiner Sicht auf Bundesebene etwas schief läuft. Sei es jetzt bei der Regierung, aber auch in den eigenen Gremien. Das versichert er im heurigen Sommergespräch mit der BVZ.

Seine Aussagen in Richtung Bundes-SPÖ werden in der österreichischen Medienwelt stets dankend aufgenommen und in große Schlagzeilen über interne Querelen umgewandelt. Dass der Landeshauptmann seine Bundesvorsitzende Pamela Rendi-Wagner für die falsche Frau, zur falschen Zeit am falschen Ort, hält, ist längst bekannt. Dass derzeit so was wie Waffenruhe herrscht, ist auch offenkundig. Lange wird der Partei-Friede wohl nicht halten.

Und auch wenn er stets betont, im Burgenland bleiben zu wollen: Sollte es, aus welchen Gründen auch immer, zu vorgezogenen Neuwahlen kommen, muss sich die Bundes-SPÖ mit einem möglichen Spitzenkandidaten Hans Peter Doskozil auseinandersetzen. Denn auch wenn er in Wien vielleicht zum Feindbild mancher Genossen geworden ist, österreichweit hat er sicher mehr Strahlkraft als Rendi-Wagner.

Im Burgenland hat sich Doskozil längst etabliert: Sein Wort zählt – und das in alle Richtungen. Gibt Doskozil Zustimmung zu einem Projekt, dann wird es umgesetzt. Sagt er „Nein“, wird es nicht umgesetzt. Punkt, aus. Auf die lange Bank wird nichts geschoben. Damit beweist er Macherqualitäten und empfiehlt sich für „höhere Aufgaben“. Da sollte dann auch seine Stimme kein Thema sein. So wie man sich an einen Landeschef mit heiserer Stimme gewöhnt hat, so kann es österreichweit auch mit einem „heiseren“ Bundeskanzler funktionieren.