Eisenstadt

Erstellt am 14. März 2018, 06:41

von Markus Stefanitsch

Gute Planung ist die halbe Pflege. Markus Stefanitsch über die nötige Unterstützung im Pflegebereich.

Die Abschaffung des Pflegeregresses stellt so manche Landesregierung vor eine große Aufgabe. Immerhin muss etwa das Land Burgenland rund sieben Millionen Euro dafür zusätzlich bereitstellen. Eine große Summe, aber nichts im Vergleich dazu, wofür sonst so manche öffentliche Gelder ausgegeben werden.

Denn jeder Burgenländer, der schon mal pflegebedürftige Verwandte zu betreuen hatte oder jemanden aus dem Bekanntenkreis kennt, der weiß, welch enorme psychische und auch finanzielle Belastungen auf einen zukommen. Dass hier nicht mehr auf das gesamte Vermögen und/oder sämtliches Einkommen vom Staat aus zurückgegriffen werden kann, ist gut und richtig. Immerhin haben betroffene Menschen oft auch ein Leben lang in das Sozialsystem einbezahlt, um den letzten Abschnitt des Lebens in Würde verbringen zu können.

Noch immer werden tausende Menschen von ihren unmittelbaren Angehörigen zu Hause gepflegt. Dass diese oft mit ihren Kräften und Nerven am Ende sind, liegt auf der Hand. Den eigenen Vater oder Mutter ins „Heim“ zu geben, ist meist nur noch der allerletzte Ausweg. Und auch wenn diese Einrichtungen heutzutage mit kleinen Urlaubs-Pensionen vergleichbar und vor Ort bestens geschulte und engagierte Fachkräfte am Werk sind – so gehen nur wenige freiwillig dort hin.

Umso mehr muss sich ein Land darauf konzentrieren, bedarfsgerecht zu planen. Von zahlreichen Stellen hört man immer wieder, dass seitens des Landes zu wenig dafür getan werde. Heutzutage kann man schon ziemlich genau errechnen, wie viele Pflegebedürftige es künftig geben wird. Die nötige Rahmenstruktur sollte man daher jetzt schon festlegen.