Eisenstadt

Erstellt am 16. Mai 2018, 06:45

von Markus Stefanitsch

Hochschaubahn bei Berufen. Markus Stefanitsch über den drohenden Ärztemangel und Hoffen auf „echte“ Landärzte.

Ohne es jetzt durch die rosarote Brille zu sehen: Das, was man gerne macht, macht man mit Leidenschaft – und das sind die besten Voraussetzungen für ein zufriedenstellendes Arbeitsleben.

Viele junge Menschen stellen sich auch immer mehr der Sinn- als der alleinigen Gehaltsfrage. Und man darf es den jungen Menschen auch nicht verübeln. Denn am Arbeitsmarkt geht es oftmals zu, wie auf einer Hochschaubahn oder in einem Wellenbad. Bestes Beispiel im Burgenland dafür ist der Beruf des Pädagogen. Es ist noch nicht lange her, da wurde jedem jungen Menschen im Land abgeraten, auch nur ansatzweise etwas zu „studieren“ was mit Lehrer sein zu tun hatte.

Überall herrschte der Tenor, dass man als junger Lehrer, wenn überhaupt, nur eine Dienststelle in Wien ergattern wird können – mit schlechter Bezahlung, weiter Anreise oder teurer Wohnung sowie schlechten Arbeitsbedingungen. Im Jahr 2018 herrscht hingegen ein anderes Bild: Es werden wieder Lehrer gesucht und es sind ausreichend Ausbildungsplätze vorhanden. Sogar die Gehaltskurve wurde so angepasst, dass man schon anfangs passabel verdient.

Ein ähnliches Bild, zurückversetzt, zeichnet sich bei den Ärzten ab. Derzeit herrscht die Angst, dass drei Viertel der Allgemeinärzte nicht nachbesetzt werden könnten. Das Land hat Maßnahmen ergriffen, wie etwa die 60.000 Euro Investitionshilfe, um Ärzte ins Land zu holen. Ein erster Schritt. Es braucht aber mehr als Geld. Man muss den Medizinern das Land auch schmackhaft machen. Denn es wird genügend Ärzte geben, die auch das Landleben lieben und einfach ihren Beruf ausüben möchten – ohne 100-Stunden-Wochen und nur auf den Medizin-Nobelpreis hinarbeitend.