Hofer wird Mehrheit im Land haben. Markus Stefanitsch über die Lage im Burgenland vor der Präsidentschaftswahl am Sonntag.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 30. November 2016 (06:47)

Man braucht kein Hellseher zu sein: Norbert Hofer wird die Präsidentschaftswahl im Burgenland gewinnen. Der blaue Kandidat kam bei der Stichwahl im Mai auf 61,43 Prozent der Stimmen. Sein Gegenkandidat Alexander Van der Bellen erreichte hingegen nur 38,57 Prozent. Österreichweit wird die Angelegenheit sicher knapp werden.

Die Gründe, warum Hofer aber im Burgenland auf eine große Mehrheit zählen kann, sind vielschichtig. Zum einen spielt sicher die Tatsache, dass der FPÖ-Politiker Burgenländer ist und im südlichen Pinkafeld zu Hause ist, eine große Rolle. Hinzu kommt die seit vergangenem Jahr im Amt befindliche rot-blaue Koalition.

Da kann man einiges kritisieren, aber man kann den burgenländischen Blauen keine großen Skandale andichten. Auch ist es bis jetzt nicht passiert, dass das Land – wie von den Regierungskritikern zunächst befürchtet – den Bach hinunter gegangen ist.

Zu guter Letzt hilft es im Burgenland vor allem Hofer, dass Landeschef Hans Niessl sich für eine Öffnung gegenüber der FPÖ auf Bundesebene ausgesprochen hat. Damit hat Niessl seinen Parteikollegen nicht unbedingt eine Wahlempfehlung für Alexander Van der Bellen ans Herz gelegt.

Das gute Burgenland-Ergebnis für Norbert Hofer muss man dennoch richtig interpretieren: Es heißt nämlich noch lange nicht, dass der Politiker Norbert Hofer auch als etwaiger Spitzenkandidat der FPÖ im Burgenland (sollte er nicht in die Hofburg einziehen) auf ähnliche Werte kommen könnte. Denn selbst wenn Landeshauptmann Hans Niessl zur nächsten Landtagswahl nicht mehr antreten würde, wartet mit Hans Peter Doskozil schon der nächste SPÖ-Kapazunder mit hohen Sympathiewerten in der Bevölkerung.