Im Süden wird es länger dauern. Markus Stefanitsch über die Entwicklung der Bevölkerung im Norden und im Süden.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 20. Februar 2019 (06:22)

Der Norden wächst, der Süden schrumpft! Die neueste Statistik legt wieder offen, was man seit Jahr(zehnt)en im Land diskutiert: Immer mehr Menschen wollen in den Bezirken Eisenstadt und Neusiedl am See leben und immer weniger im „Mittleren“ und Süden.

Während 2005 noch Oberwart mit 53.151 Menschen als bevölkerungsreichster Bezirk galt, ist jetzt Neusiedl am See die Nummer eins im Land. Knapp 60.000 Menschen wohnen „rund um den See“. Die Gründe für den stetigen Zuwachs liegen auf der Hand: Die Nähe zu Wien, die Infrastruktur und mittlerweile auch viele Arbeitsplätze im Land machen die Region liebens- und lebenswert.

An der Attraktivität der Landschaft und der Freundlichkeit der Menschen kann es nicht liegen, dass die Bezirke unterhalb des Sieggrabener Sattels weniger gefragt sind. Denn auf das Südburgenland angesprochen, schwärmen die meisten Menschen von der schönen Gegend und dem gewissen Charme der Bevölkerung. Dies sind zwar optimale Voraussetzungen für eine Urlaubsregion, für eine Wohnregion allein aber zu wenig. Allem voran geht es nach wie vor um Arbeitsplätze, eine gute Infrastruktur inklusive Digitalisierung, Kindergärten, Schulen, Nahversorgung und Freizeitangebote. Dies alles ist viel weniger vorhanden als im Norden.

Gerade vor Wahlen entdecken die Parteien das Südburgenland und stellen ihre Ideen so dar, als ob man rasch was ändern könne. Fakt ist, dass sich die Situation in den nächsten Jahren nicht verbessern wird. Gerade deshalb sollte man jetzt Maßnahmen setzen, damit es vielleicht in zehn oder 20 Jahren wieder aufwärts geht. Das funktioniert aber nur, wenn sich ein Politiker findet, der weit über seine Amtszeit hinausdenkt.