Im Zeichen des Machtwechsels. Markus Stefanitsch über die Rochade in der SPÖ und die „Qual“ der Opposition.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 28. Dezember 2018 (07:22)

Das Jahr 2018 stand ganz im Zeichen des Umbruchs im Burgenland. Kaum jemand hatte es für möglich gehalten, dass der Wechsel an der Spitze der SPÖ und in weiterer Folge an der Spitze des Landes derart reibungslos vonstatten geht.

Landesrat Hans Peter Doskozil ist bereits seit Ende 2017 im Burgenland im Amt und Landeshauptmann Hans Niessl übergibt das Zepter am 28. Februar 2019. Dazwischen wurde im September des heurigen Jahres Doskozil als SPÖ-Vorsitzender gewählt.

Überraschend ist der friktionsfreie Wechsel deshalb, weil hier zwei starke Alpha-Tiere aufeinandertreffen, die beide ihre Vorstellung von der Zukunft des Landes und der SPÖ haben. Dass es dennoch keinerlei persönliche Befindlichkeiten gibt, hat mehrere Gründe: Zum einen dürfte dem Noch-Landeshauptmann das „Loslassen“ doch besser gelingen, als viele vermutet haben. Zum anderen hat Niessl das kurze Zeitfenster genau erkannt und Doskozil rasch ins Burgenland geholt.

Hätte Doskozil nach seinem Abgang als Verteidigungsminister die Chance auf den Landeshauptmann-Sessel nicht in Aussicht gestellt bekommen, wäre er wohl nicht in die Landespolitik gegangen. So hat und wird Niessl vorzeitig seinen Platz räumen, um sicherzustellen, dass die SPÖ einen würdigen Nachfolger hat, der die leidgeprüften Sozialdemokraten sogar auf die absolute Mehrheit bei den kommenden Landtagswahlen 2020 hoffen und spekulieren lässt.

Für die Opposition und auch den Regierungspartner FPÖ war es durch den „SPÖ-Machtwechsel“ 2018 naturgemäß schwieriger, mit eigenen Themen durchzukommen. Da kann man davon ausgehen, dass die (Wahlkampf-)Töne 2019 sicher rauer werden.