Impfen auf österreichisch. Über die Corona-Lage im Burgenland und Umwege zur Dosis.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 29. April 2021 (04:45)

„Ich bin getestet“ oder „Ich bin geimpft“ – hört man seit einiger Zeit als Erstes, wenn man einem anderen Menschen begegnet. Oft noch vor dem ersten Grüß Gott oder Hallo verkünden wir uns gegenseitig, nicht krank zu sein.

Diese neue Begrüßungsart wird uns wohl noch bis zum Sommer begleiten. Die Phase bis dahin wird durch großflächiges Testen überbrückt. Im Burgenland hat sich seit der vorzeitigen Wiedereröffnung nicht viel getan. Im Gegenteil: Die 7-Tages-Inzidenz ist im Vergleich zu den anderen Bundesländern niedrig und auch die Spitäler haben die Lage im Griff.

Die größte Aufregung war lediglich, dass Menschen aus anderen Bundesländern– vor allem aus Wien und Niederösterreich – nicht ins Parndorfer Outletcenter zum Einkaufen fahren durften. Dort gibt es hauptsächlich Mode zum Einkaufen, keine Lebensmittel. Ein Sinnbild für unsere Zeit.

Aber auch hier fanden die Menschen ihre Wege. Ein paar fuhren mit dem Rad, andere ließen sich von burgenländischen Freunden abholen und düsten dann zu zweit im burgenländischen Auto zum Shoppen. Ähnlich verhält es sich mit dem Impfen: Die einen warten brav, bis sie an die Reihe kommen, andere haben bereits auf typisch österreichisch über „Umwege“ ihre Impfungen erhalten. Vielen Ärzten bleiben nämlich bei guter Dosierung der Ampullen ein oder zwei Impfeinheiten übrig. Diese werden dann unkompliziert an jene verimpft, die sich persönlich gemeldet haben und auf die Warteliste haben setzen lassen. Alles legal. Und jeder, der geimpft ist, ist für die Allgemeinheit besser, als wenn man die Dosen wegschmeißt. Für Diskussionen sorgt es dennoch. Zum Glück gibt es jetzt genug Impfstoff und jeder kommt demnächst „offiziell“ dran.