Jahr der Duelle: SPÖ gegen ÖVP und SPÖ gegen SPÖ

über die Weichenstellungen in der SPÖ und die krisengeschüttelte ÖVP, die alle Hoffnung in die Gemeinderatswahlen legen wird.

Erstellt am 13. Januar 2022 | 05:49
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Die spannendsten Entscheidungen für das burgenländische Politikjahr 2022 sind die Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen sowie die Entscheidung, ob Landeshauptmann Hans Peter Doskozil den Sprung in die Bundespolitik schafft?

Letzteres wurde ja gleich zu Beginn des Jahres wieder zum Thema gemacht, indem Impfbefürworter Hans Peter Doskozil erneut öffentlich Bedenken zur jetzigen Form der Impfpflicht ausspricht – und somit wieder einmal zu 100 Prozent anderer Meinung von Parteichefin Pamela Rendi-Wagner und ihrer Bundes-SPÖ ist. Man könnte fast schon meinen „Täglich grüßt das Murmeltier“.

Der Ablauf des Rendi-Wagner/Doskozil-Dilemmas läuft stets nach dem selben Muster ab: Rendi-Wagner sagt etwas, Doskozil äußert Bedenken und widerspricht der Parteichefin öffentlich. Danach ein Entrüstungssturm, gefolgt von einer Diskussion um die Spitzenkandidatin bis hin zu einer möglichen Abspaltung der burgenländischen SPÖ. Und nach drei, vier Tagen künstlicher Aufregung soll aber „ab jetzt dann wirklich“ alles nur noch intern besprochen werden.

Wobei mittlerweile Rendi-Wagner und Doskozil selbst gar keinen Hehl mehr daraus machen, dass intern die Fetzen fliegen. Rendi-Wagner setzt auf ihre Funktionäre, Doskozil auf die österreichweit besseren Umfragewerte. Auch wenn viele darauf wetten, dass sich Doskozil in der Bundes-SPÖ nicht durchsetzt: Unterschätzen sollte man den Strategen Doskozil keineswegs – und bereits abschreiben schon gar nicht.

Ob Doskozil im Land bleibt oder nicht, wird auf die Gemeinderatswahlen kaum Einfluss nehmen – da können die Wähler sehr gut unterscheiden, was in ihrem Ort wichtig ist. Die ÖVP wird nach dem Kurz-Desaster motiviert ins Rennen gehen. Mit 82 Bürgermeistern ist sie mit der SPÖ (84) fast gleichauf. Deshalb wird sie alles in die Wahlkampf-Waagschale werfen. Denn der Faktor Gemeinde wird politisch wichtiger denn je.