Jede Dosis zählt für Risikogruppe. Über egoistische Impf-Vordrängler im Burgenland.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 28. Januar 2021 (04:34)

Wer sich impfen lässt, bevor er offiziell laut Impfplan an der Reihe ist, handelt unsolidarisch, egoistisch und unmoralisch. Das sollte spätestens aufgrund der jüngsten Debatten um Impf-Vordrängler klar sein. Noch dazu, wenn es bei der Impfstoff-Lieferung nach wie vor sehr stockend vorangeht.

Die Ausrede, dass eine übrig gebliebene Ampulle halt schnell mal verimpft wurde, damit sie nicht verfällt, darf nicht mehr gelten. Erstens müssen die Impfungen so organisiert werden, dass in der Region an dem Tag auch alle Risikopatienten und medizinisches Personal geimpft werden können. Sollten dennoch Dosen überbleiben, kann man von überall aus im Burgenland in kürzester Zeit in einem Spital sein und wird dort bestimmt einen Risikopatienten damit versorgen können.

Im Burgenland dürfte es, wie sich jetzt herausgestellt hat, auch einige Fälle von Impf-Vordränglern gegeben haben. In manchen Fällen wurde damit auch geprahlt, bereits geimpft worden zu sein, obwohl man keiner Risikogruppe angehöre. So etwas darf nicht mehr vorkommen. Und egal unter welchen Voraussetzungen die „illegalen“ Impfungen stattgefunden haben und im Vorfeld vielleicht gar nicht viel drüber nachgedacht wurde: Es ist blanker Hohn in den Augen vieler Höchstrisikopatienten und unserer ältesten Mitmenschen, die noch auf ihre Impfung warten.

Bislang wurden im Burgenland rund 5.300 Impfdosen verabreicht. Nach wie vor viel zu wenig. Die Pandemie wird erst vorüber sein, wenn eine große Mehrheit immunisiert ist. Das wird aber noch dauern. Eben deshalb müssen die Schwächsten in der Gesellschaft so schnell wie möglich durch die Impfung geschützt werden. Da zählt jede Dosis.