Eisenstadt , Oberwart , Grafenschachen

Erstellt am 12. September 2018, 06:39

von Markus Stefanitsch

Jetzt laufen alle zum „Dosko“. Markus Stefanitsch über die Verschiebung des Machtgefüges im Burgenland.

Seit Samstag 12.06 Uhr ist Hans Peter Doskozil endgültig der neue starke Mann im Burgenland. Nicht, weil er den Parteivorsitz der SPÖ Burgenland mit 98,4 Prozent der Stimmen übernommen hat, sondern weil zu diesem Zeitpunkt Hans Niessl den Übergabe-Termin für den Landeshauptmann-Sessel bekanntgab.

Dieses Faktum schwebte über dem ganzen, perfekt inszenierten Landesparteitag in der Oberwarter Informhalle. Denn in der Sekunde der Bekanntgabe, dass Hans Peter Doskozil am 28. Februar 2019 Landeshauptmann werden wird, sind alle Unklarheiten bereinigt worden. Und das Machtgefüge im Landhaus wurde verschoben. Jeder, der noch was werden will und in Zukunft was umsetzen will, wird sich an den designierten Landeshauptmann Hans Peter Doskozil wenden.

Was man am Parteitag ebenfalls besonders gespürt hat, war eine enorme Wertschätzung für den scheidenden SPÖ-Chef Hans Niessl und dessen Verdienste um die Sozialdemokratie. Mehr als das Erreichen der absoluten Mehrheit 2005 war wohl Niessls größter Verdienst, dass er bei seinem ersten Antritt im Jahr 2000 der SPÖ den Landeshauptmann „gerettet“ hat. Damals trat er als „No-Name“ mit dem Bank Burgenland-Skandal im Rücken an und schaffte aus Parteisicht das „Unmögliche“. Der Rest der Geschichte der Niessl-SPÖ-Ära ist bekannt.

Als Landeshauptmann wird er das verbleibende halbe Jahr nutzen, seinen „Hof“ blitzblank zu übergeben. Diese Zeit wird aber auch zum Loslassen wichtig sein. Wobei man jetzt schon davon ausgehen kann, dass Hans Niessl nicht von der öffentlichen Bildfläche verschwinden wird. Dazu hat er „sein Burgenland“ viel zu sehr über alle anderen Dinge gestellt.