Jojo-Effekt beim Corona-Dilemma. Über dauerhafte Lösungen zur Bekämpfung der Pandemie.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 29. Oktober 2020 (04:45)

Rund 1.800 Personen wurden im Burgenland bisher positiv auf Corona getestet. Das entspricht rund 0,6 Prozent der burgenländischen Bevölkerung. Die Spitäler haben noch genügend Kapazitäten frei, schwere Fälle gut und ausreichend zu behandeln. Im Alltag hat sich eine große Mehrheit einigermaßen an das Abstandhalten, Maskentragen und das Vermeiden von Menschenansammlungen gewöhnt. Also alles in Ordnung!?

Mitnichten. Das Damoklesschwert „nächster Lockdown“ sowie die große Unsicherheit für die nächsten Monate und das Jahr 2021 drücken aufs Gemüt. Allerorts merkt man den Menschen die Corona-Müdigkeit an. Durchhalteparolen von den Politikern und vor allem die ständigen Streitereien, wie, wann und wo welche Regeln gelten, lässt bei den Menschen den Frust-Pegel immer höher steigen. Dazu kommen „Wünsche“ wie jene des steirischen Landeshauptmanns Hermann Schützenhofer, der polizeiliche Durchgriffsrechte bei Privatpartys mit zu vielen Menschen forderte.

Mit solchen Forderungen erweist er der türkis-grünen Regierung, die immer mehr die Souveränität der Anfangszeit verliert, einen Bärendienst. Gerade jetzt braucht es ein vernünftiges Maß an Zusammenhalt und keine Law-and-Order-Politik.

Denn eines scheint unvermeidbar: Sollten die Infektionen zu einer Überlastung der Spitäler führen, wird nur ein kurzer, aber konsequenter Lockdown die Lage entspannen können. Das Problem dabei ist wie der Jojo-Effekt beim Abnehmen: Hält man sich danach nicht an die Regeln, steigen die Fälle wieder. Deshalb braucht es langfristige Lösungen. Und das kann nur bedeuten: Vorsicht beim Abstandhalten, aber sich nicht monatelang zu Hause einbunkern.