Kindern die Angst nehmen. Über die stillen und leisen Helden der Pandemie.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 22. April 2021 (04:45)

Rund 50 Prozent unserer Kinder und Jugendlichen haben laut einer aktuellen Studie Angst, dass das Leben nicht mehr so wie vor der Pandemie wird oder es noch sehr lange dauern wird. Außerdem haben genauso viele Angst, einen nahen Angehörigen zu verlieren.

Weiters haben 58 Prozent der Kinder angegeben, in der Pandemie öfters wütend zu sein und gleichzeitig fühlen sich über 40 Prozent oft allein und einsam.

Allesamt sehr erschreckende Zahlen, die sofortige Maßnahmen erfordern. Was in vielen Diskussionen und Gesprächen schon lange Thema ist, gibt es jetzt schwarz auf weiß: Unsere Kinder sind viel stärker Leidtragende der Pandemie als bisher angenommen.

Lange Zeit wurden die Probleme weggewischt, so nach dem Motto: Die Kinder halten das schon aus, wir müssen unbedingt in erster Linie die ältere Generation schützen. Auch wenn dies natürlich das vorrangigste Ziel war und ist, darf eine Generation nicht gegen die andere ausgespielt werden. Daher dürfen wir nicht zulassen, dass die Ängste und Sorgen einer gesamten Generation ignoriert werden. Spätestens mit der Durchimpfung aller Über-65-Jährigen mit Ende April muss der gesamte Fokus auf die Kinder und Jugendlichen gerichtet werden.

Jetzt muss die Regierung beweisen, dass es stets nur um die Aufrechterhaltung der Intensivbetreuung in den Spitälern gegangen ist und nicht um die Gefährlichkeit von Corona an sich. Jetzt gilt es, Hoffnung zu verbreiten und den Jugendlichen das Gefühl zu geben, dass wir uns als Gesellschaft nicht nur um die Alten kümmern können. Denn gerade die Jüngsten und Jüngeren haben Unglaubliches in dieser Pandemie geleistet, indem sie vieles still und leise mitgetragen haben.