„Land-Sturm“ statt Landflucht. Markus Stefanitsch über das Wohnen im schönen (Süd-)Burgenland.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 21. November 2018 (06:31)

Während in vielen Regionen Europas von einer Landflucht die Rede ist, kann man in manchen Teilen des Burgenlandes genau vom Gegenteil sprechen. Vor allem im Nordburgenland ziehen immer mehr Menschen aufs Land. Spitzenreiter dabei ist die Gemeinde Kittsee, wo ein Bevölkerungszuwachs gegenüber 2003 von knapp 70 Prozent zu verzeichnen ist.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Aus dem Nordburgenland ist man in rund 30 bis 60 Minuten (je nach Verkehrslage) in der Bundeshauptstadt, wo die Verdienstmöglichkeiten weitaus höher sind. Gleichzeitig kann man das Landleben mit der gesamten Lebensqualität und Ruhe genießen. Gar nicht zu reden von den im Vergleich zu Wien sehr billigen Wohnungskosten – sieht man von den teilweise hohen Grundstückspreisen in Eisenstadt oder Neusiedl am See ab.

Dieser regelrechte Ansturm auf das optimal gelegene Nordburgenland hat schon viele Gemeinden dazu veranlasst, Grundstücke nur noch an Bürger mit Ortsbezug zu vergeben. Bürgermeister werden teilweise massiv von Auswärtigen bedrängt, um sich den Wunsch nach einem Haus im Grünen erfüllen zu können.

In manchen Regionen des Südburgenlandes hingegen kann man von einer derartigen Nachfrage nur träumen. Heiligenbrunn etwa hat in den vergangenen 15 Jahren fast jeden fünften Bürger „verloren“. Was dem Südburgenland fehlt, ist eine gute Anbindung an Graz – sei es nun auf der Straße oder auf der Schiene. So wie es der Norden mit Wien hat.

Denn über kurz oder lang wird auch der Wohnungsmarkt in Graz knapp und überteuert sein. Und dann im schönen Südburgenland zu wohnen und täglich unkompliziert nach Graz zu pendeln, hat mehr als nur Charme.