Eisenstadt

Erstellt am 13. Juni 2018, 06:35

von Markus Stefanitsch

Neuer Schwung durch Ost-Achse. Markus Stefanitsch über die Rolle von Hans Niessl beim Bundesländer-Trio.

Vom Lehrling zum Meister. So könnte man die Rolle von Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) in der Bundesländer-Riege definieren. Mit dem Abgang von Wiens Bürgermeister Michael Häupl ist jetzt Hans Niessl der erfahrenste und längstdienende Landeschef Österreichs.

Politikbeobachter können sich noch gut an die ersten „Gehversuche“ von Niessl auf dem bundespolitischen Parkett vor rund 18 Jahren erinnern. Vor allem zwischen den zwei mächtigen Landesfürsten Erwin Pröll (ÖVP) und Michael Häupl (SPÖ) wirkte er in der Anfangszeit fast ein wenig unbeholfen und es war eine gewisse Distanz zum burgenländischen „Lehrling“ spürbar.

Doch Hans Niessl ließ sich über die Jahre nicht beirren und kooperierte über alle Parteigrenzen hinweg in vielen Bereichen, wie Verkehr und Infrastruktur, mit Handschlagqualität und ohne bürokratische Hürden.

Nach und nach wurde aus dem Duo Häupl-Pröll mit dem „geduldeten“ Dritten ein Trio, das stets geschlossen und auf Augenhöhe im Interesse der Länder auftrat und so vieles in dieser Republik (mit)bestimmte.

Mittlerweile sind Häupl und Pröll Geschichte – zudem sorgte Niessls „Ja“ zu Rot-Blau im Burgenland bekanntlich für Unmut bei Wiens Landeschef. Deshalb war die Ost-Achse zuletzt etwas auf dem Abstellgleis und medial kaum präsent.

Das soll wieder anders werden. Hans Niessl will die Dreier-Runde mit Niederösterreich und Wien wieder neu aufleben lassen. Diesmal als „Meister“ und mit Johanna Mikl-Leitner (NÖ) und Michael Ludwig (Wien) als Mitstreiter. Wohlwissend, dass er seine Funktion demnächst an Hans Peter Doskozil übergeben wird, der längst kein Lehrling mehr ist.