ÖVP will wieder in die Regierung. Über ÖVP-Chef Thomas Steiner und dessen Wahlziel.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 07. August 2019 (04:49)

Die ÖVP Burgenland will wieder mitregieren. Landesparteiobmann Thomas Steiner hat dies im aktuellen BVZ-Sommergespräch erstmals in dieser Deutlichkeit formuliert. Er würde hierfür auch als Landeshauptmann-Stellvertreter zur Verfügung stehen, sollte es zu einer Neuauflage von Rot-Schwarz im Burgenland kommen. Immerhin hat die ÖVP in der Junior-Rolle viele Jahrzehnte lang das Land mitgestalten können.

Jetzt könnte man der ÖVP Burgenland zwar fehlenden Siegeswillen vorwerfen, taktisch gesehen ist die Ansage Steiners aber durchaus nachvollziehbar. Im Burgenland scheint der amtierende Landeshauptmann Hans Peter Doskozil in seiner Position derzeit unantastbar. Die Wahrscheinlichkeit, dass die SPÖ bei der kommenden Wahl zulegen wird, ist sehr hoch. So gesehen ist jede Partei gut beraten, nicht in ein direktes Landeshauptmann-Duell einzusteigen.

Diesen Kardinalfehler macht übrigens gerade die Chefin der größten Oppositionspartei im Bund, Pamela Rendi-Wagner (SPÖ). Sie legt es auf ein direktes Duell mit Sebastian Kurz (ÖVP) an. Deshalb wird nicht mehr debattiert, ob Rendi-Wagner im Oktober die politische Bühne verlässt, sondern wie: halbwegs erhobenen Hauptes oder mit einem saftigen Bauchfleck über das Wiener Parkett rutschend.

Steiner will im Burgenland erhobenen Hauptes in die Regierung zurück. Vor allem viele Funktionäre und die zahlreichen schwarzen Bürgermeister des Landes sehen das genauso. Um einen Anspruch zum Mitregieren zu haben, muss die ÖVP im Burgenland deutlichen zulegen. Das weiß auch Steiner. Mit seinen Aussagen will er vor allem viele ehemalige Stammwähler mobilisieren.