Ohne Ziel macht kaum wer mit. Über nicht verabreichte Impfdosen als Sinnbild für das Corona-Desaster.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 04. März 2021 (04:45)

Wenn man in ein Taxi einsteigt und nicht sagt, wo man hin will, braucht man sich danach nicht beschweren, dass man irgendwo aussteigen muss, wo man vielleicht gar nicht hinwollte. So ähnlich ist es im Moment mit den Lockdown-Regelungen. Es wird einiges in den Raum gestellt und alle hoffen auf die große Wende nach Ostern, aber Konkretes gibt es nicht. Bei allem Verständnis für die Unberechenbarkeit der Pandemie: Ohne Ziel werden die Menschen nicht mehr mitziehen.

Das Verbleiben im Lockdown vereint sogar Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Wirtschaftskammerpräsident Peter Nemeth in ihrer Kritik an den Maßnahmen der Regierung. Doskozil und Nemeth waren zuletzt (gelinde gesagt) in vielen Bereichen selten einer Meinung. Die fehlende Perspektivlosigkeit bei dieser Pandemie-Bewältigung lässt aber beide sauer aufstoßen.

Auch in der Bevölkerung sammelt sich Frust an. Viele fragen sich, warum für negativ getestete Personen nicht mehr Freiheiten gewährt werden. Wer einen negativen Test hat, der nicht älter als 48 Stunden ist, könnte theoretisch alles machen. Es ist mittlerweile wissenschaftlich belegt, dass eine Übertragung innerhalb von 48 Stunden so gut wie unmöglich ist. Soll heißen: Selbst, wenn man sich zehn Minuten nach dem Test mit Corona ansteckt, kann es in den nächsten 48 Stunden nicht weiter übertragen werden. So hätte man problemlos Zutritt ins Lokal oder in ein Hotel.

Wenn man aber hört, dass in Österreich mit Stand Mittwoch knapp ein Drittel des sowieso spärlich vorhandenen Impfstoffes noch gar nicht verimpft ist, dann ist das Sinnbild für das derzeitige Pandemie-Desaster und es fehlen einem einfach nur die Worte.