Rendi-Wagner auf „Dosko“-Linie. Markus Stefanitsch über die „Mühen“ der Bundes-SPÖ mit dem Neo-Landeshauptmann.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 13. März 2019 (06:40)

SPÖ-Chefin Joy Pamela Rendi-Wagner kann einem fast schon leid tun! Mit Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hat sie den „ungewollten Feind“ in den eigenen Reihen sitzen. Ungewollt deshalb, weil man Doskozil abnimmt, dass es nicht sein Ziel ist, Rendi-Wagner abzuschießen, sondern die kommenden burgenländischen Landtagswahlen zu gewinnen.

Dass dabei die „tagträumerische“ Bundes-SPÖ samt ihrer Parteichefin immer wieder unter die Räder kommt, liegt in der Natur der Sache. Da gab es auch in anderen Parteien ähnliche Konstellationen. Wenn etwa in Niederösterreich Wahlkampf war, musste sich die Bundes-ÖVP ebenfalls immer warm anziehen, wenn der ehemalige Landeshauptmann Erwin Pröll sein Land in Stellung brachte.

Doskozil trifft bei vielen Themen den Nerv der Bevölkerung, während Pamela Rendi-Wagner in Wien ständig versucht, zwischen ihrem linken Flügel und dem Rest der Partei eine (moralische) Ausgewogenheit zu erzielen. Eine Gratwanderung für die Partei, die eigentlich niemand wirklich meistern kann.

Hinzu kommt, dass Doskozil auch gerne zu jedem Thema österreichweit Stellung bezieht. Das ist sein gutes Recht, mit klarem politischen Kalkül: Den Burgenländern taugt es, wenn einer von uns auch österreichweit den Ton angibt. Für die nationalen Medien ist mittlerweile fast jede Wortmeldung vom burgenländischen Landeschef ein gefundenes Fressen, um Zwietracht innerhalb der SPÖ zu säen.

Rücksicht wird Doskozil kaum drauf nehmen. Rendi-Wagner wäre daher gut beraten, sich mit ihm zumindest in ein paar Punkten im Vorfeld auf eine Linie zu einigen.