Roter Parteitag mit Ansage für den Wahlkampf

Erstellt am 12. Mai 2022 | 05:15
Lesezeit: 2 Min
über die Wiederwahl von Hans Peter Doskozil zum Parteivorsitzenden der SPÖ und Parallelen zu 2018.
Werbung

Die SPÖ Burgenland überlässt bei Parteitagen selten etwas dem Zufall. In der Oberwarter Informhalle werden am kommenden Samstag rund 1.500 Funktionäre und Sympathisanten Hans Peter Doskozil zum neuen, alten Parteivorsitzenden wählen.

Während sich Bundeskanzler Karl Nehammer vor „seinem“ Parteitag der ÖVP (ebenfalls am Samstag) mit personellen Änderungen und Ressortumbauten herumschlagen musste, kann Doskozil entspannt seiner Wiederwahl entgegenblicken. Da passt natürlich die von den Parteistrategen in dieser Woche veröffentlichten Umfrage des Hajek-Instituts perfekt ins rote Stimmungsbild: zwischen 53 und 55 Prozent für die SPÖ bei der Sonntagsfrage und 78 Prozent für Doskozil bei einer (hypothetischen) Landeshauptmann-Direktwahl.

Mit diesen Zahlen im Hintergrund steht die burgenländische SPÖ sogar so über den Dingen, dass selbst die nicht gerade hochgejubelten „Parteifreunde“ Ex-Kanzler Christian Kern und die Bundesvorsitzende Pamela Rendi-Wagner ins Südburgenland pilgern „dürfen“.

Der Parteitag steht aber vor allem im Zeichen der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen im Herbst. Aus diesem Grund wird Doskozil mit allen 171 Kandidatinnen und Kandidaten einziehen. Damit zeigt der Parteichef symbolhaft, dass er alles für die Wahl in die Waagschale werfen will. Denn im Vergleich zur absoluten Mehrheit im Land ist die SPÖ auf Gemeindeebene nur knapp vor der ÖVP.

Daher kann man davon ausgehen, dass am Samstag auch neue, Schlagzeilen bringende Themen verkündet werden. Die Forderung nach einem Mindestlohn von 1.700 Euro netto erhob Doskozil bekanntlich auch erstmals bei seiner Wahl zum Parteivorsitzenden 2018 in Oberwart. Damals noch mit dabei: die einflussreichen Landeshauptleute Michael Ludwig (Wien) und Peter Kaiser (Kärnten). Beide fehlen diesmal – auch das hat Symbolkraft.