„Schreddern“ ist für die „Blase“. Über den Wahlkampf, der oft mehr Wahlkrampf ist.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 11. September 2019 (06:32)

Wahlkampf ist immer auch Wahlkrampf! In den vergangenen Jahren ist es in Mode gekommen, möglichst kurze Wahlkämpfe zu veranstalten. Zumindest will uns die Politik das einreden. Im Bund gab es jetzt Sommerpause und seit vergangener Woche ist bis zum 29. September „Wahlkampf“. Gleiches suggeriert uns die burgenländische Landespolitik: Volles Arbeiten bis zum Ende des Jahres und dann im Jänner 2020 ein kurzer Wahlkampf.

Die Wahrheit ist eine andere: Im Bund befinden wir uns seit der Ibiza-Affäre mittendrin und auch im Burgenland wird seit Monaten alles auf den Urnengang Anfang nächsten Jahres hingetrimmt.

Die Bevölkerung hat diesen Umstand sowieso schon längst erkannt und weiß zu unterscheiden, wer es ehrlich meint und wer nur auf Stimmenfang aus ist. Was die Zeit aber zum echten Wahlkrampf werden lässt, ist die Tatsache, über welche „Probleme“ seitens der Wiener Politikblase gesprochen wird und welche Themen auch von den jeweiligen Parteien skandalisiert werden.

Themen wie „Schreddern“, „Parteifinanzierung“, „Wahlkampfkosten“ und vieles mehr erzeugen nämlich nur einen Effekt: Politikverdrossenheit und die Reaktion in der Bevölkerung, dass sowieso alle Parteien gleich agieren. Keine Frage, diese Themen dürfen nicht heruntergespielt werden. Aber dafür gibt es genügend parlamentarische Kontrollinstanzen im Staat.
Die Bürger wollen wissen, was die Politiker machen, damit es den Menschen im Land besser geht, jeder einfachen Zugang zu Bildung hat, das Gesundheitssystem besser wird als sein Ruf und jeder ein zufriedenes Leben führen kann. Eigentlich ganz einfach und scheinbar doch so schwer.