Spucktest als wirksames Mittel. Über das „Alternativ-Programm“ des Landes zum harten Lockdown.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 08. April 2021 (03:45)

„Es ist alles gesagt, aber noch nicht von jedem“ – so könnte man die Diskussionen über die seit über einem Jahr andauernde Pandemie wohl am besten beschreiben. Ist jetzt wirklich Licht am Endes des Tunnels oder ist es doch nur das Licht des herannahenden Mutations-Zuges? Wirklich wissen werden wir es erst im Sommer, wenn die vom Bundeskanzler angekündigte Normalität tatsächlich eingetroffen sein wird.

Nach wie vor ist scheinbar der Lockdown das einzige Rezept gegen zu hohe Neuinfektionen. Ein Mittel, das keiner mehr will, aber die Mehrheit akzeptiert. Im Burgenland hielt sich die Bevölkerung an die Maßnahmen. Dass der Bundeskanzler noch vor Wochen gemeint hatte, ein Lockdown mache wenig Sinn, wenn sich die Bevölkerung nicht dran halte, konnte laut Polizei bei uns nicht bestätigt werden.

Wie „brav“ die Burgenländer zu Ostern aber tatsächlich waren, wird sich erst in den nächsten Tagen und Wochen herausstellen. Der vom Land bereitgestellte Spucktest hatte sicher auch (s)einen Beitrag geleistet. Unterm Strich war die Testoffensive (300.000 Tests wurden kurz vor Ostern an alle Haushalte im Burgenland geliefert) auch eine Art Alternativ-Programm zum harten Lockdown. Auch wenn es offiziell niemand bestätigen wird, so setzte hier das Land wohl auch auf das Prinzip Eigenverantwortung. Mit der Botschaft: Wer schon nicht auf den Verwandtschaftsbesuch verzichten will, soll sich zumindest vorher schnell und einfach testen. Und das funktioniert gerade im Familienverbund. Denn Hand aufs Herz, mit einem positiven Test wird wohl kein normal handelnder Mitbürger seinen Eltern, Großeltern oder anderen Mitmenschen zu nahe kommen.