„Streithanseln“ braucht keiner. Über den Wunsch der Bevölkerung nach Lösungen.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 26. Juni 2019 (07:05)

Die Mord-Drohung gegen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil vergangene Woche gibt Anlass zur Beunruhigung. Nicht in der Form, dass das Leben des Landeschefs unmittelbar in Gefahr gewesen wäre, sondern eher in der Hinsicht, wie die Verrohung der Sprache in der Politik und Gesellschaft Einzug hält.

Hier wäre es an der Zeit, zur Besonnenheit aufzurufen. Denn gerade die Politik ist an einer gewissen Entwicklung im Umgang miteinander nicht unschuldig. Egal von welcher Partei. Denn gerade die politischen Vertreter liefern sich seit Jahren öffentliche Schaukämpfe – beinahe jedes Thema endet in einem Streit. Lösungsvorschläge werden meist mit Gegenangriffen zunichte gemacht. Teilweise geht es auch schon mal sehr untergriffig zu. Wichtigstes Motto scheint nur noch zu sein: den „Gegner“ schlecht aussehen zu lassen. Vorbilder sehen gewiss anders aus.

Im Burgenland war und ist dies auch nicht viel anders. Gerade in den zweiten und dritten Reihen der Parteien ist teilweise schon „Hass“ gegenüber politisch Andersdenkenden immer wieder spür- und hörbar.

Natürlich gehört es zum politischen Spiel, der anderen Partei ab und zu eins „auszuwischen“ und sich selbst in ein besseres Licht zu stellen. Wer in die Politik geht, braucht eben eine dicke Haut und einen breiten Rücken. Dennoch muss sich auch der Stil in der Auseinandersetzung ändern. Gerade die junge Generation wächst anders auf und denkt mehr in gemeinsamen Kategorien und will Lösungen angeboten bekommen.

Wer dies künftig beherzigt und auch tatsächlich vorlebt, wird auch Wahlen gewinnen. Die ständigen „Streithanseln“ sind das politische Auslaufmodell.