Teure Ablöse im Tourismus. Markus Stefanitsch über das (Ver-) Schaffen von Jobs in der Politik.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 08. Februar 2017 (06:56)

Sieben Jahre lang lenkte er die Geschicke des burgenländischen Tourismus. Jetzt verlässt Direktor Mario Baier die Geschäftsführung ( die BVZ hatte am Montag berichtet ) – auf eigenen Wunsch, hieß es am Montag seitens des Landeshauptmannes Hans Niessl (SPÖ) und des zuständigen Landesrates Alexander Petschnig (FPÖ).

Nach außen hin wird von einem überraschenden Abgang gesprochen, im Hintergrund war es nur noch eine Frage der Zeit. Oder besser gesagt eine Frage des Geldes. Denn die Chemie zwischen dem Tourismuslandesrat und dem verantwortlichen Geschäftsführer hat von Anfang an nicht gepasst. Jetzt hat man sich finanziell geeinigt. Baier bekommt einen Teil seines bis 2020 laufenden Vertrages ausbezahlt und räumt daher „freiwillig“ seinen Sessel. Beinahe vergleichbar mit einem erfolglosen Trainer im Fußball, der trotz laufendem Vertrag abgesetzt, aber dennoch fürstlich entlohnt wird.

Aber nur beinahe. Denn zum einen war Mario Baier nicht erfolglos und zum anderen wird die Abschlagszahlung wohl nur den Bruchteil von der eines Profi-Trainers ausmachen. Fragwürdig sind die Vorgänge im Burgenland Tourismus allemal. Die eigentlichen Hintergründe für Baiers Ablöse sind rein parteipolitische. Die FPÖ wollte immer einen Mann/Frau aus den eigenen Reihen an der Spitze des Burgenland Tourismus haben.

Dass man dies jetzt mit aller Eile durchziehen wollte, ist wohl auf den Druck aus der blauen Basis zurückzuführen. Diese fordert schon länger die parteipolitische Handschrift der FPÖ in der Regierung und sichtbare Erfolge auf Landesebene. Denn auch wenn es niemand offen ausspricht: Menschen Jobs zu verschaffen, gilt immer noch als wichtige „Partei-Aufgabe“. Und da unterscheidet sich auch die FPÖ nicht von den anderen.