Überfüllte Busse sieht keiner. Über zweierlei Maß bei den Corona-Beschränkungen.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 08. Oktober 2020 (05:45)

Corona bestimmt wieder die Schlagzeilen. Anfang der Woche wurde mit dem Bezirk Neusiedl im Burgenland erstmals eine Region auf Orange gestellt. Dies bedeutet für den Bereich hohes Risiko. Wie hoch das Risiko für die Gesamtbevölkerung tatsächlich ist, darüber wird im Burgenland immer mehr und heftiger debattiert.

Nach wie vor gilt es nämlich, Spitalskapazitäten für Risikogruppen freizuhalten. Damit nicht der Fall eintreten kann, dass wir älteren und kranken Menschen lebensnotwendige medizinische Hilfe aus Platzgründen verwehren müssten. Dies sollte nach wie vor die oberste Priorität haben.

Auf der anderen Seite gibt es aber immer mehr Menschen, die sich nichts vorschreiben lassen wollen, weil gerade mal 0,03 Prozent der Bevölkerung im Burgenland mit dem Virus infiziert sind. Deshalb sollte gelassen und überlegt das Prinzip der Eigenverantwortung forciert werden. Laut wissenschaftlichen Untersuchungen wird das Virus hauptsächlich übertragen, wenn man über mehrere Minuten sozusagen die Viren dem Gegenüber ins Gesicht „haucht“ – und das generell nur in geschlossenen Räumen.

Dass jetzt schon zahlreiche Regionen alles absagen und ein nächster Lockdown droht, ist weit übertrieben. Etwa finden die beliebten Weihnachtsmärkte ausschließlich im Freien statt, wo es ziemlich unwahrscheinlich ist, dass man sich anstecken kann. Ebenso könnten durchaus mehr Menschen bei Sportveranstaltungen im Freien zugelassen werden. Hier achtet die Politik penibel drauf. Aber wenn sich tagtäglich tausende Schüler im Burgenland in stark überfüllte Schulbusse oder Züge zwängen müssen, sind die Verantwortlichen taub und blind zugleich.