Viel Rauch um das Rauchverbot. Über die Chance auf das Ende einer ewigen Debatte.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 12. Juni 2019 (06:17)

Sie ist wieder da: die Debatte ums Rauchverbot. Das „ewige Hin und Her“ um getrennte Bereiche in der Gastronomie, um Raucher- und Nichtraucherlokale haben wir in Erinnerung. Die – vonseiten der ÖVP zähneknirschende – Einigung aus koalitionstechnischen Gründen wurde als „österreichische Lösung“ mehr oder weniger hingenommen. Und jetzt, nach dem abrupten Ende der türkis-blauen Regierung, steht also der Weg für das allgemeine Rauchverbot frei.

Und obwohl wieder darauf hingewiesen werden muss, dass damit nur das umgesetzt wird, was in vielen Ländern bereits gelebte Praxis ohne Wenn und Aber ist, sind auch die Diskussionen zurück. Dem Argument einer „Bevormundung der Raucher“ steht die „Auslieferung“ der Nichtraucher an den Passivrauch gegenüber. Unterm Strich wiegt aber jedes gesundheitliche Argument mehr. Das musste sich auch die bisherige FPÖ-Gesundheitsministerin ins Stammbuch schreiben lassen.

Schwieriger ist die Debatte aus wirtschaftlicher Sicht. Die Gesetzeslage hat auch die Gastronomie vor (finanzielle) Herausforderungen gestellt. Wenn es nun heißt, dass mit dem Rauchverbot die Gasthäuser und Cafés reihenweise zusperren werden, dann muss man vielleicht Vertrauen in die Gäste haben. Die Raucher werden sich früher oder später an die Zigarette vor dem Lokal gewöhnen. Wie schon viele Beispiele zeigen, wohl eher früher.

Die Nichtraucher wird das umso mehr freuen. Gibt es noch finanzielle Unterstützung bei bereits getätigten Lokal-Umbauten, fällt ein weiterer Streitpunkt weg. Fakt ist: Ohne den „Regierungs-Deal“ wäre das Rauchverbot wohl längst Realität. Ein eindeutiges Gesetz würde jetzt Klarheit und gleiche Voraussetzungen für alle schaffen.