Vorbild sein ist das Um und Auf. Über die Ablehnung des digitalen Schulbuches.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 10. April 2019 (06:40)

Wenn das kein klarer Auftrag an die Schulpolitik ist: In einer Elternbefragung des Landes und der Bildungsdirektion sprachen sich 81 Prozent gegen das digitale Schulbuch aus – zumindest als kompletten Ersatz für die herkömmlichen Schulbücher. 54 Prozent der Befragten sprachen sich auch gegen einen ergänzenden Einsatz von Tablet & Co. im Unterricht aus. Befragt wurden ausschließlich Eltern von Volksschulkindern.

Diese überwiegende Ablehnung elektronischer Medien im Volksschulbereich muss seitens der Politik ernst genommen werden. Die Eltern wollen offensichtlich, dass vor allem in jungen Jahren der Stoff weiterhin überwiegend analog gelernt werden soll. Also lesen in einem echten Buch, schreiben mit Bleistift, Kugelschreiber oder Füllfeder. Das kann für die Schüler nur gut sein. In einer völlig reizüberfluteten Welt ist es für Kinder wichtig, auch mal „offline“ zu sein und sich speziell in der Schule auf die Lerninhalte zu konzentrieren.

Natürlich müssen sich aber auch die Eltern selbst bei der Nase nehmen. Denn auch wenn 81 Prozent gegen das digitale Schulbuch sind, so ergab die Studie auch, dass 77 Prozent aller Schüler in der vierten Klasse Volksschule ein Handy besitzen.

Keine Frage, ein Handy hat viele Vorteile und kann in Notfällen schon mal Leben retten, aber in den meisten Fällen dient das Handy bei Kindern und Jugendlichen dann doch nur zum Kommunizieren auf Social-Media-Kanälen oder einfach zum (digitalen) Spielen.

Deshalb könnten wir Eltern schon mal öfter mit gutem Beispiel vorangehen und das eigene Handy beiseite legen, um mit unseren Kindern zu lernen und zu spielen – und das am besten in der Natur.