Wähler kriegen SPÖ statt Liste. Über den Wechsel von Gerhard Hutter zur SPÖ.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 03. Juli 2019 (06:43)

Die SPÖ hat in der Vorwoche durchaus für eine Überraschung gesorgt. Der ehemalige Mandatar der Liste Burgenland und zuletzt parteifreie Abgeordnete Gerhard Hutter schließt sich dem SPÖ-Klub an. Atmosphärisch war schon lange klar, dass sich Hutter mit dem SPÖ-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil besser versteht als mit seinem „Chef“ Manfred Kölly.

Der Schritt war dennoch ungewöhnlich. Denn immerhin ist die SPÖ im Gemeinderat von Bad Sauerbrunn, wo Gerhard Hutter mit seiner Bürgerliste als Ortschef fungiert, politischer Gegner. Und im Land ab sofort politischer Partner. Wie Hutters Wähler diesen Wechsel auffassen werden, wird auf jeden Fall erst die Landtagswahl und vor allem die nächste Gemeinderatswahl zeigen.

Ein ähnlicher Fall ist gar nicht allzu lange her: Im Jahr 2015 wechselte der Pöttschinger Rouven Ertlschweiger im Nationalrat vom Team Stronach zur ÖVP. Damals war speziell von der SPÖ auf Bundesebene der Protest groß. Aber auch im Burgenland gab es Kritik. So kommentierte der damalige SPÖ-Landesgeschäftsführer Robert Hergovich den Klubwechsel, dass der ÖVP halt jedes Mittel zum Machterhalt recht sei.

Was den aktuellen Fall Hutter betrifft, ist aber eines klar: Der größte Nutznießer wird die SPÖ Burgenland sein. Zum einen dürfte das zusätzliche Hutter-Mandat für die SPÖ auch nach der Wahl erhalten bleiben und zum anderen wurde die Liste Burgenland massiv geschwächt, was dem Ziel einer absoluten Mehrheit für Doskozil & Co. sicherlich nicht hinderlich sein wird.

Hutter selbst wird um seine politische Glaubwürdigkeit kämpfen müssen. Immerhin hatten seine Anhänger die Bürgerliste gewählt und jetzt die SPÖ bekommen.