Wahlen 2022: Dosko „zieht“ auch in den Gemeinden

Erstellt am 06. Oktober 2022 | 05:28
Lesezeit: 2 Min
... über den Wahlsonntag im Burgenland, wo die SPÖ vor allem bei den Bürgermeisterwahlen deutlicher als erwartet zugelegt hat.
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Die ersten Tage nach der Wahl befindet sich die SPÖ noch im Freudentaumel und die ÖVP muss sich ernüchtert mit der Ist-Situation auseinandersetzen.

Das Duell zwischen SPÖ und ÖVP bei den Gemeinderatswahlen im Burgenland hat klar die SPÖ für sich entscheiden können. Mit einem Plus von 4,39 Prozent und 162 Mandaten konnte die SPÖ den Vorsprung auf die ÖVP (-1,96 Prozent/-64 Mandate) ausbauen. Die endgültige Entscheidung bei den Bürgermeisterwahlen fällt erst am 23. Oktober in insgesamt 13 Gemeinden bei der Stichwahl. Im Moment steht die SPÖ bei 86 BürgermeisterInnen und die ÖVP hält 67 (davon eine ÖVP-nahe Liste).

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, dessen Konterfei in ganz vielen Gemeinden gemeinsam mit den örtlichen SpitzenkandidatInnen die Plakate zierte, kann sich samt Landesgeschäftsführer Roland Fürst das Gesamtergebnis auch auf seine Fahnen heften. Auch wenn Gemeinderatswahlen meist Persönlichkeitswahlen sind, so zieht sich der Aufschwung der SPÖ doch wie ein roter Faden durch das burgenlandweite Ergebnis und zeigt schon auch die gut organisierte Parteistruktur. Und auch wenn Doskozil Anfang der Woche zu Demut innerhalb der Partei aufrief und das Ergebnis als Arbeitsauftrag sieht, so gilt der Aufschwung bei den Gemeinderatswahlen als wichtige Basis zur Verteidigung der absoluten Mehrheit bei den kommenden Landtagswahlen Anfang 2025.

Die ÖVP, die sich am Sonntag noch auf „Augenhöhe“ sah, muss sich bei genauerer Analyse wohl eingestehen, dass es im Moment maximal für Brusthöhe reicht. Vor allem bei den Bürgermeisterwahlen zog die SPÖ davon und könnte nach der Stichwahl den Vorsprung realistisch gesehen auf bis zu 19 BürgermeisterInnen ausbauen. So gesehen müssen sich Parteichef Christian Sagartz und Co. rasch und schonungslos mit einem Kurswechsel befassen – auf personeller und inhaltlicher Ebene.