Was die Jungen von den „Alten“ lernen. Über Generationenfragen in der Politik.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 20. März 2019 (06:28)

„Die Jungen laufen vielleicht schneller – die Alten kennen aber den Abschneider!“ Mit diesem Zitat von Seniorenbund-Landesobmann Kurt Korbatits sorgte JVP-Chef Patrik Fazekas bei der vorwöchigen Seniorenkonferenz in der Eisenstädter Wirtschaftskammer für Lacher. Der Satz erweist sich nicht nur als gelungene Eröffnung für eine solche Konferenz – er fasst vielmehr zusammen, was im Burgenland in etlichen Bereichen noch gelebt wird. Oder: Was man im Zusammenleben der Generationen beherzigen sollte.

Ist vordergründig ein Erfolg bei Wahlen das Thema, so wissen die Parteien seit jeher, dass sie auf die ältere Generation als starke und verlässliche Wählergruppe zählen können. Genauso gut weiß man auch, dass man die Senioren und Pensionisten nicht verärgern und keinesfalls vergessen sollte.

Deshalb gab es bei der Seniorenkonferenz im vollen Saal den größten Applaus, wenn das Wir-Gefühl beschworen und das Gewicht der älteren Generation betont wurde. Gerade im EU-Wahlkampf, in dem die Parteien versprechen, das Burgenland nach Brüssel bringen und die EU ins Land holen zu wollen, macht es Sinn, jene Generation im Boot zu haben, die beim viel zitierten Aufbau des Landes vorne dabei war.

Das Friedensprojekt Europa ist für jene, die den Krieg noch kennen, mehr als „nur“ ein Schlagwort. Das gilt auch für die Tatsache, dass die ältere Generation die junge – sprich ihre Kinder und Enkelkinder – in ihre Überlegungen mit einbezieht, wenn es um die Zukunft geht.

In dieser Zukunft werden die Senioren weiterhin ein gewichtiges Wort mitzureden haben. Und deshalb ist ihre Stimme eine, der nicht nur in den Parteien Gehör geschenkt werden sollte.