Wer bauen will, braucht Gründe. Über das Gefälle bei den Grundstückspreisen im Land.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 19. Juni 2019 (06:26)

Es gibt sie noch, die Schnäppchen für Häuslbauer: Während die Kosten für die Errichtung eines Eigenheims im Lauf der Jahre empfindlich gestiegen sind und den Wohn-Plänen schon einmal einen Dämpfer versetzen können, kann man den Baugrund in so mancher burgenländischer Gemeinde beinahe noch sprichwörtlich mit der Bankomatkarte erstehen.

Wenn man genau hinsieht, findet man in jeder Region verhältnismäßig günstige Grundstücke. Oder sogar die ganz günstigen: Im Südburgenland etwa gibt es einen Quadratmeter Baugrund schon ab 8,90 Euro. Zugleich verwundert es nicht, dass sich am anderen Ende des Landes in der viel zitierten Wachstumsregion Neusiedl am See auch die teuersten Preise finden. So zahlt man in der Bezirkshauptstadt beinahe 250 Euro für den Quadratmeter – also zehnmal so viel wie in Jennersdorf.

Die Nähe zu Wien und Bratislava oder das Leben mitten in der begehrten Tourismusregion gestalten eben die Preise rund um den See mit. Ebenso wie weiter südlich die Gründe für die Abwanderung auch die Grundstückspreise drücken. Nicht zufällig geht man mit dem Grundkauf vielerorts eine Bau-Verpflichtung ein.

Die Lebensqualität ist in allen Regionen des Landes eine hohe, das steht außer Frage. Bekannt ist aber auch die seit vielen Jahren diskutierte Frage des burgenländischen „Nord-Süd-Gefälles“. Die Suche nach Antworten beschäftigt bald schon Generationen.

An der Infrastruktur allein kann man eine rasante Abwanderung oder schleppenden Zuzug nicht festmachen. Sie ist aber in allen Bezirken ein Thema, das immer weitergedacht werden muss. Denn es braucht nicht nur günstigen Grund, um sich auf Dauer niederzulassen.