Zwei Projekte als Chefsache. Über das Krankenhaus Oberwart und den Neusiedler See.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 21. Mai 2020 (06:15)

Das Oberwarter Krankenhaus wurde es bereits, der Neusiedler See wird es noch – nämlich zur Chefsache im Burgenland. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hat diese Woche den Spatenstich für das größte Hochbauprojekt des Burgenlandes vorgenommen.

Der Spitalsneubau wird seit 2007 zunächst als Sanierung des alten Gebäudes und seit 2013 als Neubau debattiert. Erste Kostenschätzungen beliefen sich auf 60 bis 70 Millionen Euro für die Sanierung, dann errechnete man Kosten in der Höhe von 160 Millionen Euro für den Neubau und mittlerweile ist das Projekt mit 235 Millionen Euro und der Inbetriebnahme 2024 in Stein gemeißelt.

Man kann davon ausgehen, dass diese Summe aus zwei Gründen eingehalten wird: Landeshauptmann Hans Peter Doskozil „bürgt“ mit seinem Credo „Versprochen - gehalten“ und wird sich daher keine Blöße geben, dass die Sache aus dem Ruder läuft. Zudem wird der Landeschef, wie jeder einfache Häuslbauer auch, einen gewissen Polster an finanziellen Mitteln miteingerechnet haben. Dieses starke persönliche Engagement birgt auch Risiken für den Politiker Doskozil. Hält er den Rahmen ein, wird man es als selbstverständlich ansehen. Gibt es Probleme, gehen diese zu hundert Prozent auf Kosten des Vertrauens in den Landeschefs.

Derzeit noch nicht, aber demnächst wird auch der Neusiedler See zur Chefsache werden (müssen). Der Klimawandel scheint nun endgültig auch im Burgenland angekommen zu sein und der größte Steppensee Mitteleuropas ist durch die Trockenheit massiv gefährdet. Der Erhalt muss an oberster Stelle im Land stehen. Denn dieses Naturjuwel ist – nicht nur aus touristischer Sicht – Burgenlands wichtigste Lebensader.