12 Prozent: einiges, aber eben nicht alles. Über den drohenden erneuten Saisonabbruch, bei dem wieder alle verhinderten Aufsteiger die großen Verlierer wären.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 11. April 2021 (01:33)

18 Teams wären derzeit im Betrieb des burgenländischen Landesverbands von der 2. Klasse bis zur Burgenlandliga Aufsteiger, wenn die Meisterschaft 20/21 gewertet werden könnte. So viele Plätze gibt es am Weg nach oben: für alle Meister, da und dort je nach den Aufstiegsregeln für Zweitplatzierte, vereinzelt wie in der 1. Klasse Nord oder den 2. Klassen Süd, wenn aus der Burgenlandliga kein Klub in die jeweilige Gruppe absteigt, winken gar drei Direkt-Tickets.

18 Teams. Das sind 12 Prozent aller 150 teilnehmenden Klubs: Für sie wäre eine erneute Annullierung der Saison ein sportlicher Keulenschlag. Teilweise befinden sich Vereine am Sprung nach oben, die schon im Vorjahr den Aufstieg vor Augen hatten. Als die Covid-Pandemie anrollte, fehlte die rechtliche Grundlage für eine Wertung. Ergo wurde die im März abgebrochene Punktejagd annulliert. Mittlerweile gibt es Klarheit, dass es im Fall eines Abbruchs zumindest die komplette Hinrunde für eine Wertung braucht. Von der sind wir noch weit entfernt. Zu weit, wie es scheint, ein erneuter Abbruch ohne Wertung liegt nahe.

Für all jene Klubs, die unbedingt raufwollen und bereits jede Menge Aufwand dafür betrieben haben, wäre das einfach nur bitter. Deren Ärger über den Status quo und die fehlende Perspektive für diese Saison ist vollkommen klar. Für sie muss auch alles getan werden, um bis Sommer vielleicht noch ein Wertungs-Ergebnis zu schaffen – innovatives Denken und Handeln inklusive. Und doch sind 12 Prozent nicht alles. Irgendwann braucht es auch die Einsicht. Eine Saison, die derzeit so undefiniert und unvollendet brach liegt, mit aller Gewalt in ein Wertungsschema pressen zu wollen, indem sie vielleicht bis zum Sankt Nimmerleinstag ausgedehnt wird und damit auch sämtliche weitere Zeit- und Fahrpläne untergraben werden, würde das große Ganze noch mehr ins Wanken bringen. Irgendwann braucht auch Burgenlands Amateurfußballs wieder einen für alle gleich geregelten Betrieb. Von Null weg. So unfair sich das für zumindest 12 Prozent auch anfühlen mag.