Auftrag zur Brückenbildung

Erstellt am 23. September 2022 | 03:56
Lesezeit: 2 Min
über die Folgen der außerordentlichen Hauptversammlung des Burgenländischen Fußballverbands (BFV).
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Am vergangenen Dienstag wurde in Markt Sankt Martin der Ausschluss von Ernst Wild als Vizepräsident des Burgenländischen Fußballverbands von den Mitgliedern des BFV bestätigt. 43 der 80 anwesenden Vereine, aufgerundet sind das 54 Prozent, unterstützten den Schritt des Verbandsvorstands, Wild aufgrund unehrenhaften Verhaltens in Bezug auf die Thematik der Spielmanipulation aus dem Führungsgremium zu streichen.

Seit Juli ist dieses Thema nun schon schwelend, seit der ÖFB den Funktionär wegen der Verletzung der Meldepflicht für zwei Monate (einer davon bedingt) gesperrt hatte. Dieser verabsäumte bekanntlich eine entsprechende Meldung, nachdem er im vergangenen Herbst Gerüchte über eine mögliche Spielmanipulation aufgeschnappt hatte. Wohl fertigte er ein nötiges Protokoll an und gab es auch seinem Anwalt, nicht aber den Verbänden.

Der Rest ist bekannt. Wild ging in Berufung gegen den Ausschluss, und weil eine Lösung hinter den Kulissen scheiterte, musste die höchste Instanz des Verbands angerufen werden. So waren bei der außerordentlichen Hauptversammlung die Vereine am Zug, um in der Causa final zu entscheiden, ob der Ausschluss gerechtfertigt sei. Überwältigend war die besagte Mehrheit der anwesenden stimmberechtigten Vertreter jedenfalls nicht, zumindest hat sie gereicht, um den Vorstandsbeschluss zu bestätigen.

Im Umkehrschluss positionierte sich hier aber schon eine gewisse Zahl der Vereine gegen eine Entscheidung des Vorstands – sei es als Überzeugungsstimme, dass der Wild-Ausschluss eben nicht gerechtfertigt war, oder auch als Proteststimme gegen den BFV. In beiden Fällen schwingt demnach ein Potenzial an offensichtlicher Unzufriedenheit mit. Klärende Gespräche ohne emotionale Begleitumstände und ein proaktives Zugehen auf die betreffenden Klubs wären hier wichtige Verbands-Signale und vor allem verbindende Schritte – ganz im Sinne einer neuen nötigen Brückenbildung.