Das K.o.-Kriterium am Weg nach oben. Über aufblitzende Mattersburger Erfolgsmomente, die noch zu sehr mit Rückschlägen gepaart sind.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 02. Oktober 2019 (05:55)

Nicht für’s Phrasenschwein: Profis und ihre Trainer schauen während einer Saison hoffentlich nur von Spiel zu Spiel. Weil der Zugang im Sinn eines regelmäßigen Erfolgs grundvernünftig ist.

Zwischendurch wird bei aller Professionalität aber auch die eine oder andere Minute bleiben, um sich still und leise über den bisherigen Verlauf Gedanken zu machen. Im Fall des SV Mattersburg heißt das: Zwei Spiele daheim gegen Teams auf Augenhöhe gingen verloren. Megabitter. SKN St. Pölten 0:1, WSG Tirol 0:2. Ein Spiel daheim gegen eine, wie wir mittlerweile wissen, doch nicht ganz so übermächtige Wiener Austria ging mit 1:5 richtig in die Hose. Ebenfalls bitter. Macht bei der Hochrechnung dieser drei entbehrlichen Duelle null von neun möglichen Zählern im Pappelstadion.

Gleichzeitig hat sich die Mannschaft von Franz Ponweiser durch zwei Auswärtssiege bei der Admira (3:1) und am Sonntag in Altach (2:0) sowie ein spätes 3:3 daheim gegen Sturm Graz wieder an die Top-Sechs herangekämpft. Plötzlich lauert der SVM zwei Punkte hinter Hartberg. Die Meistergruppe, also jenes elitäre Feld der oberen Sechs, das nach dem Ende des Grunddurchgangs und der Teilung der Liga unter sich bleiben darf, ist in Sichtweite.

Eine schöne Momentaufnahme. Mehr aber nicht. Bei aller spontaner Euphorie ob zweier Siege in den letzten beiden Bundesliga-Auswärtsspielen bleibt Grün-Weiß eine Wundertüte. Bestes Beispiel war das unrühmliche 1:2-ÖFB-Cup-K.o. unter der Woche in St. Pölten. Der jüngste Triumph in Altach lässt nun hoffen. Auf einen großen Kampf am Samstag daheim gegen Rapid. Und auf ein sportliches Ausrufezeichen, um vor der nächsten Länderspielpause tatsächlich Druck auf die Top-Sechs ausüben zu können.

Bislang schleppte Mattersburg schließlich einen zu schweren Rucksack voller Unkonstanz mit sich herum. Den zu leeren, wird das K.o.-Kriterium für jegliche höheren Ansprüche. Denn auf der Überholspur nach oben bräuchte es mittlerweile mehr, als bloß die Konkurrenten von unten in Schach zu halten.